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Das Vulkanfeld Bir Sani-Hosh-ed-Dalam in der Republik Sudan
Putzer, H.
published: 1958-01-01
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ArtNo.: ESP
Abstract (German)
Als Fremdling durchfließt der Nil den Ostteil des ungeheuren nordafrikanischen Wüstengürtels, die Nubische Wüste. Im nördlichen Sudan bildet der Strom zwischen dem 16. und 22. Breitengrad einen S-förmigen Doppelbogen, bedingt durch jugendliche Aufbiegungen im kristallinen Gerüst Nordost-Afrikas (die Stromschnellen des 3., 4. und 5. Kataraktes liegen auf einer NW-SE streichenden Schwellenachse!). In der südlichen Schlinge des Nil-Bogens liegt die Baiyuda-Steppe: im Norden ein Hügelland aus kristallinen Gesteinen des Algonkiums, das nach Westen und Süden in das von der Nubischen Serie (Oberkreide?) eingenommene Tafelland übergeht. In der Mitte der Baiyuda-Steppe erheben sich jungvulkanische Gebirgsmassive. Der Boden der Ebenen ist mit Flugsand und Kies bedeckt; im Bergland fehlt jede Bodenbildung: nackter Fels, überzogen mit schwarzen Wüstenrinden, und ausgedehnte Steinfelder stehen zu Tage an. Die Baiyuda-Steppe ist nur von wenigen Nomaden-Arabern bewohnt. Straßen und Flüsse fehlen. Eine Durchquerung kann nur mit wenigstens zwei geländegängigen Fahrzeugen, unter Mitnahme von Wasser- und Benzinvorräten, unternommen werden. Im Tertiär ist im Gebiet des großen Nil-Bogens die Erde aufgerissen. Die NNW streichenden Spalten sind denen des Roten-Meer-Grabens und des 2000 km westlich gelegenen Djofra-Grabens in Libyen parallel. Basaltische Ergußgesteine haben weite Vulkanfelder aufgebaut, deren noch vorzüglich erhaltene Krater, Vulkankegel und Aschendecken Zeugen einer erst vor kurzem erloschenen Vulkan-Tätigkeit darstellen. Die Basalt- und Aschenvulkane von Bir Sani-Hosh-ed-Dalam (= Hosh ed Dom) und El Howeya (nördl. Baiyuda-Siedlung) liegen im Kristallin, während das südlich gelegene Vulkanfeld El Fura-Wadi Muheit an der Grenze der Nubischen Serie zum Kristallin entstanden ist.