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Tektonik und Barytgänge in der SE-Eifel

Weisser, Dietmar

Kurzfassung

Grauwacken und Tonschiefer des rheinischen Unterdevons bilden in der südöstlichen Eifel zwischen Kelberg, Monreal und Ulmen zwei große Sattelzüge, welche auf der SW-Flanke des übergeordneten Eifler Hauptsattels liegen und im SE von der Siegener Hauptüberschiebung begrenzt werden. Ihr Bau ist N-vergent. Die Achsen der Groß- und Kleinfalten tauchen fast einheitlich nach SW und bilden NNE-SSW streichende Flexurzonen. Die 10-30° streichenden Barytgänge der SE-Eifel sind fiederförmig in einer schmalen Zone angeordnet, welche von der Hocheifel im NW bis Berenbach im SE reicht. Diese Barytzone verläuft quer zum Streichen der variszischen Faltenachsen und überspannt gürtelartig das axial gestreckte Kerngebiet einer geschlossenen erdmagnetischen Anomalie (Kelberger Hoch nach REICH 1933). Die Barytgänge setzen in besonders ruhig gebauten S-Flügeln innerhalb des stark gefalteten Gebietes auf. Am Beispiel der Uersfelder Gänge wird abgeleitet, daß die Anlage der Barytgänge ursächlich mit der variszischen Tektogenese zusammenhängt: der 20° streichende Uersfelder Gangzug ist westlich einer weitreichenden NNE-SSW verlaufenden Flexurzone angelegt und folgt einem gleichgerichteten Hauptverschiebungssystem. Dieses kann als Diagonalschersystem gedeutet werden, in welchem sich eine prävariszische Struktur des tieferen Untergrundes abbildet. Im Spätstadium variszischer Bewegungen kam es hier zu vorwiegend horizontalen Schollenverbindungen und einer entsprechend fiederförmigen Auflockerung der Scherzone. Die enge räumliche Verknüpfung der Barytgänge mit tertiären Vulkaniten läßt einen genetischen Zusammenhang vermuten. Dieser ist geochemisch ungeklärt. Damit bleibt aber die Möglichkeit offen, die Barytgänge der SE-Eifel als variszisch angelegte Gangspalten zu deuten, welche erst bei Wiederaufleben dieser Strukturen im Tertiär mineralisiert wurden. Die Achse des nördlichen Großsattels verläuft der langen Achse des Kelberger Hoch unmittelbar parallel. Die tertiären Basalte erscheinen bogenförmig angeordnet um die NW-, W- und SW-Flanke dieses Sattels bzw. den Kern der Anomalie. Die Eruptionspunkte meiden dabei die Scheitelregion des Sattels. Einige Basalte haben variszisch angelegte Schwächezonen als Aufstiegsbahnen benutzt.

Keywords

TektonikBarytgängeEifelGrauwackenTonschieferUnterdevonvariszischKelberger Hoch