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Mikroalgen auf Oberflächen von Baumaterialien

Hoppert, Michael; König, Sabine; Hegermann, Jan

Kurzfassung

Alle Werksteinoberflächen sind der Umwelt ausgesetzt und damit ständig auch potenziell von Organismen besiedelbar. Unter diesen sind mikroskopisch kleine Algen als Primärproduzenten wohl am besten an einen Standort angepasst, der nach Durchfeuchtung schnell austrocknet und kaum organische Nährstoffe zur Verfügung stellt. Sonnenlicht, Kohlendioxid, die notwendigen Makro- und Spurenelemente (oft aus atmosphärischen Einträgen) und zumindest periodische oder mäßige Feuchtigkeit an einer Oberfläche reichen aus, um Ansiedlung und Überleben der Algen zu ermöglichen. Vollständige Verhinderung der Ansiedlung ist auch nahezu unmöglich, wenn man nicht völlig unpraktikable oder gar oberflächenschädigende Maßnahmen in Betracht zieht (Maxwell 1992). Allerdings sind Algen auf Bauwerken auch dann erst störend oder evtl. schädigend, wenn sie sich so stark entwickeln, dass sie als dicke grün-braune Überzüge für das bloße Auge sichtbar werden (vgl. Abb. 1). In gemäßigten bis trockenen Klimaten kann durch eine geeignete Bauweise das Algenwachstum an Fassaden von Gebäuden meist so weit vermindert werden, dass die Belastung einer Oberfläche kaum sichtbar ist. An Kulturdenkmälern sind bauliche Maßnahmen natürlich eingeschränkt. Ein Grabstein oder eine Statue aus einem Ensemble zu entfernen, um sie an einen Ort mit geeignetem Klima vor Bewuchs zu schützen, ist nur in Einzelfällen möglich. Auch Fassaden von Bauwerken können nicht vollständig neu aufgebaut werden, nur um das Wachstum von Algen einzudämmen.Wir zeigen hier, welche Organismen den Überzug aufbauen, welche potenzielle Schadwirkung von ihnen ausgeht und eine Auswahl von Möglichkeiten, die helfen, ihr Wachstum zu kontrollieren.

Abstract

All surfaces of building stone are exposed to the environment and may be, therefore, also colonized by organisms. Among all microorganisms, a number of aerophytic microalgae are perfectly adapted to the environmental conditions on building surfaces, i.e. low concentrations of organic nutrients and rapid cycles of desiccation and re-wetting. For growth of the autotrophic primary producers, the necessary growth factors are sunlight, carbon dioxide, macro- and trace elements and water. Therefore, complete suppression of algal growth is virtually impossible, if not impracticable or even surface-damaging techniques are considered (Maxwell 1992). However, algae on building surfaces become disturbing or even damaging, when they build up thick green-brown layers, visible to the naked eye (Fig. 1). In temperate and dry climates, on appropriately constructed buildings, algal growth is barely visible. On cultural heritage, constructional measures are, of course, restricted. A tombstone or a statue should regularily not be removed from an architectural ensemble only to restrict algal growth on its surface.Here, we will present a short survey describing the algal organisms that build up a biofilm, the potential damage caused by a biofilm, and a selection of measures to control algal growth.

Keywords

mikroalgenbaumaterialbiofilmfassadebiodeteriorationmicroalgaebuilding materialbiofilmfacadebiodeteriorationmicroalgae