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Der Tempel Angkor Wat in Kambodscha Erfahrungen mit Steinersatzmassen im Kieselsäureester-Modulsystem

Leisen, Hans; von Plehwe-Leisen, Esther

Kurzfassung

Im Zentrum Kambodschas liegt mit 400 km2 der riesige Angkor Park. Hier finden sich noch die Überreste von unzähligen Tempeln aus dem Khmer-Reich. Angkor Wat ist der bedeutendste unter ihnen. Er ist berühmt für seine herausragenden Steinbildhauerarbeiten in einem tonigen Sandstein. Viele der hochwertigen Reliefs sind akut durch Gesteinsverwitterung, vor allem durch Schalenbildung, bedroht. Das ,,German-Apsara-Conservation-Project führt seit 1995 Notsicherungsmaßnahmen und Konservierungsarbeiten auf der Basis wissenschaftlicher Untersuchungen und begleitet von detaillierter Dokumentation durch. Speziell auf die Gesteinseigenschaften angepasste Konservierungsmaterialien wurden entwickelt und ihre Applikation optimiert. Steinergänzungsstoffe auf der Basis von Kieselsäureester (KSE) sind am Angkor Wat seit 1997 als Reparatur- und Injektionsmörtel sowie als Schlämmen im Einsatz. Die praktische Durchführung liegt in den Händen eines Teams von Khmer-Restauratoren, die im Rahmen des Projektes ausgebildet wurden. Präzise handwerkliche Ausführung, exaktes Einhalten der getesteten Rezepturen und fähige Restauratoren sind die Vorbedingungen für eine erfolgreiche Anwendung von Kieselsäureester-Mörtelsystemen. Erfolg und Dauerhaftigkeit der Maßnahme endet bei extremen Schadenssituationen.

Abstract

In the center of Cambodia covering an area of around 400 km2 lies the Angkor Park with remainings of innumerable temples from the Khmer empire. Angkor Wat is the most prominent temple. It is famous for its excellent stone carvings performed in argillaceous sandstone. Many of the high-rated reliefs suffer from heavy deterioration mainly caused by contour scaling. Since 1995 the "German Apsara Conservation Project" carries out emergency interventions and conservation work based on scientific research and accompanied by detailed documentation. Specially adapted conservation materials and techniques were developed. Ethyl silicate bound repair mortars are applied since 1997 for pointing, injection, and washes. Responsible for practical execution of the conservation activities is a team of Khmer conservators trained in the frame of the project. Precise application, exact formulation, and specially skilled conservators are the precondition for successful application of ethyl silicate based repair mortars. Success and durability of the repair are limited by extreme damage situations.

Keywords

bautechnik der khmergerman apsara conservation projectgesteinskonservierungtoniger sandsteinschalenbildungnotsicherungensteinersatzmassenkieselsäureesterkonservierungspraxisangkor watkambodschakhmer building technique