Original paper

Subglacial channels of Northern Germany a brief review

Stackebrandt, Werner

Abstract

The subglacial channels of Elsterian age are the dominating morph-structural features of the Quaternary sequence of the lowland of Northern Germany. The deep subglacial channels were formed exclusively in the area of weakly compacted and water saturated sediments, where the advance of the inland ice caused hydrostatic overpressure. Their extremely deep incision resulted from the combination of several endo- and exogenetic land forming processes.

Kurzfassung

Die elsterzeitlichen Tunneltäler sind ein dominierendes Phänomen der quartären Schichtenfolge Norddeutschlands. Abweichend von den Nachbarregionen sind sie in einem störungskontrollierten Bereich mehr als 500 m tief in den Untergrund eingeschnitten. Für ihre Genese sind daher besondere Rahmenbedingungen erforderlich. Aus der Orientierung dieser Tunneltäler lassen sich ein N-S- und ein NE-SW-orientierter Haupteisstrom nachweisen. Für die übertiefe Ausprägung kommt der neotektonisch abgesenkten Mitteleuropäischen Senkungszone eine besondere Bedeutung zu. Deren unterkompaktierte und wassergesättigte Sedimente gerieten durch das sie überfahrende Inlandeis unter hydrostatischen Überdruck. Zusätzlich wurden im Außenbereich der Eiskalotte (bis ca. 1000 m über NN) große Mengen Schmelzwasser gebildet, das teilweise bis an die Eisbasis eindringen konnte. Bedingt hierdurch musste sich in Verbindung mit gravitativen Be- und Entlastungszuständen in den unterlagernden Sedimenten ein neues Drainagesystem entwickeln. Die übertiefen Tunneltäler Norddeutschlands sind daher ein Ergebnis von endo- und exogenen landschaftsgenetischen Prozessen.

Keywords

northern germanysubglacial channelspaleogeographic developmentlandscape evolutionneotectonicquaternary