Original paper

Signale der Milchstraße verborgen in der Sedimentfüllung des Zentraleuropäischen Beckensystems?

[Signals of the Milky Way hidden in the sedimentary fill of the Central European Basin System?]

Brink, Heinz-Jürgen

Abstract

German In der Sedimentfüllung des zentraleuropäischen Beckensystems, das im Wesentlichen aus einer Stapelung vom unterliegenden Variszischen Vorlandbecken, vom südlichen Permbecken mit dem Norddeutschen Becken als zentralem Teil, vom untergeordneten Niedersächsischen Becken und dem südlichen Nordsee-Becken besteht, wie auch in denen vieler anderer Sedimentbecken der Erde, verbergen sich Hunderte Millionen Jahre alte geodynamisch-klimatologische Ereignisse. Deren erfolgreiche wissenschaftliche Aufschlüsselung ist zu einem wesentlichen Teil den Kollegen zu verdanken, die sich mit der Suche nach Erdöl und Erdgas beschäftigen und beschäftigt haben. Nun hat die Erde in diesem langen Zeitraum – gebunden an ihr Sonnensystem – das Zentrum der Milchstraße ,,mehrfach“ umrundet, was Spuren hinterlassen haben könnte. Der Pfad des Sonnensystems durch die spiralförmigen Arme der im Orbit der Sonne mit geringerer Geschwindigkeit rotierenden Milchstraße führt u. a. zu einer Periodizität von ca. 150 Millionen Jahren, die von einigen Autoren mit langperiodischen Klimaänderungen korreliert wird. Glaziale Epochen lösen sich mit wärmeren Epochen des Erdklimas in vergleichbarer Dauer ab. Dies wird den Veränderungen der kosmischen Strahlung zugeordnet, deren Intensität innerhalb der Spiralarme höher als dazwischen ist und die, über eine intensivierte Wolkenbildung in niedriger Höhe (Nebelkammerprinzip) mit entsprechender Zunahme der Albedo der Erde, Temperaturreduktionen verursachen soll. Diese führen mit der Ansammlung ozeanischen Wassers als Eis auf Kontinenten (Vergletscherungen), unterbrochen von warmen ,,Treibhaus“-Perioden, zu kalten ,,Eishaus“-Bedingungen auf der Erde. Wegen der Vergletscherungen sinkt der Meeresspiegel, was eine Reduktion der Größe der Schelfgebiete verursacht, die Ablagerungsraum für Kohlenwasserstoff generierende und speichernde Sedimente sind. Dies wiederum verringert über die damit verbundene Gezeitenreibung die Wirkung des Mondes auf die Eigenrotation der Erde und davon beeinflusste Prozesse. Zyklische geodynamische Prozesse zwischen Kern-Mantel-Grenze und Erdoberfläche u. a. mit Perioden von ca. 600 und 300 Millionen Jahren müssen mit den galaktisch-periodischen Kräften interagieren (erzwungene Schwingung). In diesem Sinn werden solar-galaktische Periodizitäten und geodynamische Zyklizitäten analysiert und verglichen. Ähnlichkeiten zwischen geodynamischen Zyklen und dem Rhythmus der Milchstraße erscheinen offensichtlich in Perioden, Amplituden und Phasen und unterstützen die Annahme einer physikalisch synchronisierten Beziehung zwischen den beiden Prozesssystemen. Damit werden umgekehrt auch erdölgeologisch wichtige Ereignisse für die Analyse astronomischer Beobachtungen bedeutsam. English Within the sedimentary fill of the Central European Basin System (CEBS) as also within many other sedimentary basins of the earth hundred million years of past geodynamic climatological events are hidden. The CEBS essentially consists of a number of stacked basins, which include the underlying Variscan foreland basin, the Southern Permian Basin with the North German Basin as central part, the subordinate Lower Saxony Basin and the southerly North Sea Basin. Their successful scientific analysis is to be owed to an essential part to colleagues who are involved in the exploration of hydrocarbons. The earth has in this long time span, bound to the solar system, surrounded the centre of the Milky Way a number of times, what should have left tracks. The path of the solar system through the spiral arms of the Milky Way (resulting in a periodicity of about 150 million years) is assumed by some authors to cause climate change due to cosmic ray fluctuations. These control cloud formation at low heights (cloud chamber principle) with a corresponding temperature reducing increase of the Albedo of the earth. This leads to cold “icehouse” conditions on earth with the accumulation of oceanic water as ice on continents (glaciations), interrupted by warm “hothouse” periods of similar duration. Due to glaciations, the sea level drops accordingly, reducing the impact of sinks for tidal dissipation in shallow seas, the dominant area for the deposition of hydrocarbon generating and storing sediments, and alters the tidal forces of the moon on earth. Long periodic geodynamic processes of e.g.approximately 600 and 300 million years from the core-mantle boundary to the upper crust and ocean floor get most likely adjusted in course of the changing forces. In this sense, solar-galactic periodicity and geodynamic cycles are spectrally analysed and compared in the long-term over the range of hundreds of millions of years. Similarities between geodynamic cycles and the rhythm of the Milky Way appear obviously in periods and phases, supporting the assumption of a physical relationship between the two. Vice-versa also petroleum-geological important events may become significant for the analysis of astronomic observations.

Keywords

lower saxony basinmilky wayfourier analysisglacial epochscentral european basin systemgeodynamic cyclesspiral armssea levelupper jurassicclimate changeevaporatescentral grabensource rocks