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Probleme der Sedimentpetrographie

Correns, Carl W.

Kurzfassung

Der ehrenvollen Aufforderung, über Entwicklung und Probleme der Sedimentpetrographie zu berichten, bin ich nur mit einem gewissen Zögern gefolgt, denn das Gebiet der Sedimentpetrographie ist so umfangreich, daß eine einigermaßen erschöpfende Behandlung dieses Themas viele Stunden dauern würde. Ich möchte deshalb mein Thema etwas einschränken und unter Sedimentpetrographie nur die Beschäftigung mit den Mineralen der Sedimente und ihren physikalisch-chemischen Bildungsbedingungen verstehen, etwa in Analogie zu dem Begriff der Eruptivgesteinspetrographie. Damit soll nichts gegen die geologische paläogeographische und paläobiologische Deutung der Sedimente gesagt sein; ich bin überzeugt, daß diese Arbeitsrichtungen sich ergänzen müssen. Auch bei dieser Einschränkung ist es in der Kürze der Zeit nicht möglich, die historische Entwicklung auch nur einiger Probleme vor Ihnen auszubreiten. Ich werde deshalb im wesentlichen von einigen neueren Ergebnissen sprechen, und das hat auch eine gewisse innere Berechtigung, weil zwar manche Probleme in der Sedimentpetrographie schon lange behandelt worden sind, ihre exakte; Lösung aber doch erst in dem Zeitraum der letzten 20 Jahre wesentlich gefördert wurde. Wir verstehen unter Sedimenten die nach Transport abgelagerten Erzeugnisse mechanischer und chemischer Verwitterung der Gesteine und des Transportes selbst. Da noch ein Vortrag von Herrn BRINKMANN über exogene Dynamik vorgesehen ist, möchte ich die Fragen des Transportes und Absatzes hier nicht behandeln, aber gestatten Sie mir einige wenige Worte über die Herkunft des Sedimentmaterials bei der Verwitterung, die zu den klastischen bedimenten überleiten sollen. Anschließend folgen einige Bemerkungen über chemisch-biogene und chemische Sedimente und die Diagenese. ...