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Aus dem Grenzgebiet Magmatisch-Metamorph (Mit Beispielen aus Schwarzwald, Odenwald und Alpen)

Erdmannsdörffer, O. H.

Kurzfassung

I. Schmelzflüssige Massen von der stofflichen Zusammensetzung des Granites können in effusiver Form zu homogenen glasigen Obsidianen u. dgl. erstarren. Sie sind als solche also möglich; es ist mit dieser Feststellung aber nicht ausgesagt, daß Granite sich generell in einem analogen, völlig homogenen magmatischen Zustande befunden haben müssen. Für das ehemalige Vorhandensein flüssig-beweglicher Stadien gibt es bei vielen Vorkommen sichere Hinweise; daß Vorgänge der Kristallisation Abhängigkeit von Abkühlung zeigen, läßt sich exakt nachweisen (20), doch sind solche Erscheinungen auch in teilweise kristallisierten Gemengen von inhomogener, ,breiartiger" Beschaffenheit denkbar. Der Verfestigungsvorgang unter plutonischen Verhältnissen kann, mit endomagmatischer Kristallausscheidung aus molekulardisperser Lösung beginnend, mehr oder weniger kontinuierlich und mannigfach abgestuft bis zu Kristallisationsprozessen in der Intergranularen gelangen, die unter starkem Zurücktreten einer flüssigen Restphase, der ,Porenlösung", sich Verhältnissen annähern können, die metamorphen Vorgängen analog sind. Entsprechend wird das mechanische Verhalten des Ausgangsmaterials sich laufend ändern, und Übergänge vom magmatisch-flüssigen bis zu festem Zustand aufweisen können. Bei Effusiven hat H. PHILIPP mit seinen ,Laminiten" Analoges festgestellt. ...