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Sedimentation und Tektonik in der rheinischen Geosynklinale

Kegel, Wilhelm

Kurzfassung

Zusammenfassung und Folgerungen Die rheinische Geosynklinale ist kein einheitliches Gebilde mit einheitlicher paläogeographischer und tektonischer Geschichte. Bereits im Ordovizium und im Gotlandium, aber noch mehr in manchen Stufen des Devons, vor allem im Unter- und Oberkoblenz und im Mitteldevon wird die N-S-Zone der Eifel als Trennungslinie verschiedener paläogeographischer und tektonischer Entwicklung deutlich. Die Eifelzone selbst ist in diesen Zeiten meist als Raum geringer Sedimentation gekennzeichnet. Nur im Gedinne spielt das eigentliche Ardennen-Gebiet die Rolle des Hauptsedimentationsraumes. In der Siegener Stufe ist diese Rolle bereits abgeschwächt und wiederholt sich später nicht mehr. Die stärkste Anhäufung von Sedimenten liegt östlich der N-S-Zone der Eifel; die Mächtigkeit übertrifft dort erheblich die westlich der Eifelzone. Östlich der Eifelzone wandert im Devon der Trog zunächst von Norden nach Süden. Erst mit den Oberkoblenz-Schichten kehrt er nach Norden, in das Lenne-Gebiet zurück und wandert dann nach Norden (Karbon). Im Osten spielt der Gebirgsrand gegen die Hessische Senke hin eine bedeutende Rolle als Faziesgrenze, die im Silur und besonders im Unterdevon markant, ist, im Mittel- und Oberdevon mehr oder weniger latent bleibt, im Karbon aber wieder wirksam wird. Die Eifelzone sowohl wie besonders die Hessische Senke sind durch diese Tatsache zum mindesten als vorkaledonische tektonische Linien gekennzeichnet. Sie gehören zu denjenigen Zonen, die STILLE (1947) als Lineamente, CLOOS (1948) als Geofrakturen bezeichnet, denen also eine sehr alte Anlage zu eigen sein dürfte. Für die Hessische Senke ist diese Ansicht in der faziellen Entwicklung des Silurs und Devons begründet. Für die Eifelzone ergibt sich, daß die erhaltenen Mitteldevon-Mulden nicht einen Beweis für die ehemals besondere Tieflage der Tröge und deren starke Auffüllung bedeuten. Es zeigt sich vielmehr, daß diese Zone während längerer Zeit geradezu durch geringe Sedimentaufnahme gekennzeichnet war. Die Hessische Senke und die Eifelzone dürften im Paläozoikum durch längere Zeiten hindurch gegenüber den Nachbarräumen sogar die Rolle eines Hochgebietes gespielt haben. Für die Hessische Senke läßt sich dies z. B. für das Unterkarbon dadurch erweisen, daß die groben Gerölle der Kulmkonglomerate fraglos von Osten her, aus dem Gebiet der heutigen Senke, in die östlichen Teile des Schiefergebirges hineintransportiert wurden, wie STOECKE (1928) nachgewiesen hat. Seit jeher hat es sich als schwierig erwiesen, die tektonischen Einheiten östlich und westlich der Eifelzone miteinander in Verbindung zu bringen. Nach den geschilderten Verhältnissen kann man nicht erwarten, daß ein solcher Versuch voll befriedigend durchführbar ist. Beispielsweise zeigt die Ebbe, die mögliche nordöstliche Fortsetzung des Venn-Sattels, eine anders geartete paläogeographische und tektonische Entwicklung als das Venn. Das gleiche gilt auch für den Remscheid-Altenaer Sattel. ...