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Zur Epirogenese des Ruhrkohlenbeckens

Oberste-Brink, Karl

Kurzfassung

Zusammenfassung Aus der Untersuchung lassen sich die folgenden Ergebnisse zur Epirogenese des Ruhrkohlenbeckens ziehen: a) Der Bezirk sank im wesentlichen als Ganzes, er senkte sich praktisch eben ab. Aus den zahlreichen dargestellten Isopachysen läßt sich höchstens ein Gefälle der Oberfläche von etwa 1:50 bis 1:100 ableiten. Es handelt sich bei der Absenkung um einen echt epirogenen Vorgang. b) Die Saumtiefe sinkt im Ruhrbezirk im wesentlichen erzgebirgisch orientiert ab. Das diese Richtung betonende Bild der Isopachysen wird allerdings in den Zeichnungen dadurch verstärkt, daß der Einfluß der Faltung nicht ausgeschaltet, d.h. der Bezirk vor der Eintragung der Beobachtungspunkte nicht ausgeglättet wurde, um in der N-S-Richtung die ursprünglichen Entfernungen zu erhalten. Der Bezirk ist in der Faltungsrichtung um 30-35% verkürzt. c) Von dem ersten Augenblick an, in dem wir den Bewegungsvorgang genauer übersehen können, d. h. von den Unteren Eßkohlenschichten an, ist in dem heute aufgeschlossenen Teil des Bezirks eine im wesentlichen wiederum erzgebirgisch orientierte Schwellen-und Senkenbildung zu verfolgen. In der Richtung Essen-Bochum-Dortmund liegt eine Hauptschwelle, die sich in der Mausegatt-Finefrau-Zeit in der Richtung nach Südosten verschiebt und deren Achse in der Finefrau-Zeit noch südlich von Witten, etwa in der Richtung südlich Werden, liegt. In dem untersten Teil der Oberen Eßkohlenschichten, gleich nach der Ablagerung des Flözes Finefrau-Nbk., hat dieses Schwellengebiet aber bereits in etwa wieder die alte Lage, in der es sich hartnäckig bis etwa zur Zeit Sonnenschein-Dickebank hält. Dann wandert es weiter nach N (s. Abb. 12). Mit der marinen Überschwemmung über Flöz Katharina tritt in den Unteren Gaskohlenschichten in der Richtung Gelsenkirchen-Lünen entweder eine neue Schwelle auf oder die alte Schwelle wandert wieder rückwärts bis in diese Lage. Weiter aufwärts im Profil lassen sich die Verhältnisse nicht weiter übersehen. Diese ganzen Bewegungen gehen offensichtlich, auch an geologischen Zeiträumen gemessen, sehr langsam vor sich. Von der südlich an das Schwellengebiet sich anschließenden Senke ist nur der Nordrand erhalten. Sie ist besonders in den Mittleren und Oberen Fettkohlenschichten scharf ausgeprägt. Die nördlich der Schwelle liegende Senke ist vom Beginn der Ablagerung der Fettkohlenschichten ab durch einen flachen Querrücken, den die Abbildungen angeben, zweigeteilt. Am besten erkennbar ist die Teilsenke im Nordwesten des Bezirks; Es ist anzunehmen, daß mit dieser Sonderentwicklung im Nordwesten des Reviers die auffallend andersartige Ausbildung der Unteren und Mittleren Fettkohlenschichten zusammenhängt, die hier wesentlich kohleärmer sind als in der Mitte des Ruhrgebietes. ...