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,Augenschiefer"-Grabgänge, ein Merkmal für Faunenschiefer-Nähe im westfälischen Oberkarbon

Jessen, Werner

Kurzfassung

Zusammenfassung Die von GOTHAN (1932) mit Augenschiefer bezeichneten, von uns über Flöz Johann 1, unter Flöz Dickebank, über Wasserfall, Schöttelchen 1, Plaßhofsbank, unter Girondelle 9, über Finefrau-Nebenbank, Geitling, Sarnsbank. Schieferbank und Hauptflöz festgestellten Vorkommen sind durch den wahrscheinlich Sediment fressenden und seinen Kot über den Augenhügel nach außen abgebenden Planolites ophthalmoides n. sp. gebildete Grabgang-Gesteine. Ihre Lage, dicht unter und über marinen Horizonten, kennzeichnet sie als entstehungsmäßig uferwärts an den stärker salzhaltigen Wasserbereich anschließende, wahrscheinlich brackische Randzone. Bei vollständig ausgebildetem Zyklus liegt sie infolge der ingressiven Strandverschiebung unter, infolge der nachfolgenden Regression über dem marinen Horizont. Es ist möglich, daß in gewissen Gebieten diese Augenschiefer-Randzone allein entstand und der marine Horizont sich erst seitlich daran anschließt bzw. sich dort zwischen untere und obere Augenschiefer einschiebt. Die Augenschiefer sind damit ein einwandfreier Hinweis auf die vertikale oder horizontale Nähe mariner Horizonte und z. T. ihr wichtiger Ersatz für Fragen der Flözparallelisierung.