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Spezialtektonik am Nordrande der Nahemulde

Falke, H.

Kurzfassung

Zusammenfassung Ausgehend von der von REINHEIMER gemachten Beobachtung einer Spezialfaltung bei Langenthal (Blatt Pferdsfeld) werden nach vorausgegangenem Hinweis auf bestehende stratigraphische Schwierigkeiten im Rotliegenden an Hand von vier Profilen die wichtigsten tektonischen Erscheinungsformen beschrieben. Die tektonische Analyse läßt einen Bewegungsmechanismus erkennen, der in erster Linie durch die Vertikalbewegungen des Hunsrücks (Hebung) und der Nahemulde (Senkung) bedingt wird. Sie spiegeln sich nicht allein in der Zerlegung in einzelne Schollen, sondern auch in der Kleintektonik (Pressung) innerhalb der Schollen wieder (germanotyper Bauplan). Dies betrifft sowohl das Spezialprofil von Langenthal wie die etwa 0,5 km breite, südöstlich anschließende Störungszone, die von Winterburg bis Kirn zu verfolgen ist. Sie darf als Grenzeinheit zwischen dem Gebiet mit vorwiegend hebender und jenem mit vorwiegend senkender Tendenz angesehen werden. Die hierdurch bedingte starke Zerrüttung dieses Streifens hat dem Magma gegen Ende der Unterrotliegendzeit den Aufstieg ermöglicht, dem ein gewisser Anteil an der tektonischen Ausgestaltung zugesprochen wird. Zeitlich gesehen, hat sie während des Rotliegenden, vornehmlich des Oberrotliegenden, stattgefunden und ist wohl auch darüber hinaus durch spätere tektonische Abläufe beeinflußt worden. Mangels eines exakten Bezugsniveaus im vorliegenden Gebiet ist eine genauere Zeitangabe nicht möglich.