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Postglaziale Faunen aus dem ,Günthersthaler Loch" bei Velden a. Pegnitz (Mfr.)

Brunner, Georg

Kurzfassung

Zusammenfassung Die kleine Höhle, das ,Günthersthaler Loch", barg eine ungestörte postglaziale Ablagerung von etwa 80 cm Höhe, die in 13 Schichten abgehoben wurde. Die oberste Schicht I enthielt Reste einer kälteliebenden Fauna, während in den tieferen Schichten II bis XIII die Reste einer wärmeliebenden Fauna angetroffen wurden. In Schicht II bis IV fanden sich zahlreiche Teile von Panzern der Sumpfschildkröte, Emys europaea sowie ein Palatinum der Hufeisennatter, Zamenis aff. hippocrepis. Außer diesen Neuerscheinungen im fränkischen Diluvium konnte noch Eptesicus nilsoni, die nordische Fledermaus, Triton taeniatus, der kleine Wassermolch, Pelias berus, die Kreuzotter, und die beiden Flußfische: Squalinus leuciscus, der Häsling, neben Cottus aff. gobio, dem Kaulkopf, als neu für das fränkische Diluvium bestimmt werden. Die Ablagerungen enthielten in Schicht II bis XIII vorwiegend Fischreste, woraus u. a. geschlossen werden konnte, daß es sich bei dieser Höhle um eine Uferhöhle handelt, die, nach dem Alter des Fundmaterials zu urteilen, noch im ausklingenden Diluvium inundiert war. Aus der eigenartigen Tierwelt und deren Vergleich mit der Fauna aus dem Büttnerloch bei Thuisbrunn ergaben sich interessante Zusammenhänge über die Auswirkungen eines Klimawechsels auf die Wanderungen und Ausbreitungsversuche der diluvialen Tierwelt.