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Über die Geschiebeverteilung im Jungdiluvium und geschiebekundliche Hinweise auf eine zweimalige Vereisung Nordwestdeutschlands

Hesemann, Julius

Kurzfassung

Die Verbreitung der nordischen Diluvialgeschiebe ist seit langem Gegenstand von Untersuchungen und kartenmäßigen Darstellungen gewesen Während HAUSEN SEDERHOLM J. MARTIN und KORN ihre regionale Verteilung ohne Rücksicht auf ihren diluvialstratigraphischen Horizont verfolgten, beobachteten MILTHERS, K. RICHTER, WÜNSCHMANN, LADWIG U. a. auch ihre Streukegel, Stromstriche und Ablagerungen innerhalb der Vereisungen und einzelner Eisvorstöße. In dieser Beziehung sind seit den letzten 20 Jahren zahlreiche Geschiebebestimmungen und -zählungen vorgenommen und stratigraphisch ausgewertet worden Ihre Ergebnisse sind teilweise in die Geologische Karte von Preußen, zur Datierung vorgeschichtlicher Stationen (J. ANDREE 1939) und zur Eintufung von Flußterrassen übernommen worden, ohne daß eine kritische Stellungnahme gewöhnlich damit verbunden gewesen wäre. Nun hat WOLDSTEDT (1947) die Geschiebezählungen kritisch betrachtet und das Fazit gezogen, daß man bezüglich der Geschiebeführung mit mehr oder weniger kontinuierlichen Veränderungen im Streichen der Zonen und weiter mit Verlagerungen des Stromstriches in den verschiedenen Phasen der Vereisung zu rechnen habe. Er vermißt systematische Geschiebeuntersuchungen im älteren Diluvium und gibt als mögliches Ziel die Feststellung bestimmter örtlicher Geschiebegemeinsahaften innerhalb der älteren Vereisungen an. Regional ausgedehnte Geschiebegemeinschaften von einheitlicher Tendenz sind nach ihm teoretisch nicht zu erwarten und gegenteilige Schlüsse, wie sie Verf. zog demnach als durchaus unsicher anzusehen.