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Über Bochianites neocomiensis d'Orb. im nordwestdeutschen Ober-Valendis

Riedel, Leonhard

Kurzfassung

1. Allgemeines Die Kenntnis vom Auftreten der Bochianiten im nordwestdeutschen Valendis ist nicht neu; bereits WEERTH (1884) und V. KOENEN (1902) beschreiben diese bisher sehr seltenen Formen. (Möglicherweise weist auch schon BUXTORF [KILIAN 1907, S. 112, Fußnote 2] auf die paläogeographische Bedeutung der Bochianiten hin; da jedoch KILIAN den BUXTORFschen Hinweis ohne Literaturangabe bringt, ist eine Nachprüfung des Sinnes der Angabe nicht möglich.) Neue Funde gaben nun Veranlassung zur erneuten Beschäftigung mit diesen aus der Tethys stammenden Fremdlingen, entsprechend dem jetzigen Stande der Kenntnis. Bochianiten sind stabförmige Ammoniten, die sich von den in der Form sehr ähnlichen Baculiten dadurch unterscheiden, daß bei den Bochianiten nur ein Laterallobus ausgebildet ist. Dies hat zuerst KILIAN (1887) gezeigt. Der Name Bochianites stammt von LORY (1898). SPATH (1924, S. 86) will die Gattung Bochianites nicht bei den Lytoceren sehen, sondern reiht sie an Protancyloceras (Gruppe Pr. gümbeli OPP.) aus dem Tithon an. Dementsprechend ist Bochianites in der Ammoniten-Monographie ROMANs (1938) sowohl bei der Familie der Lytoceratidae (S. 50) als auch bei der Familie der Palaehoplitidae (S. 354) aufgeführt. Die Gattung Bochianites beginnt im Tithon und endet nach der bisherigen Kenntnis im Apt. LORY indessen (ROMAN 1938, S. 50, Fußnote) will die Formen vom Barrême ab nicht mehr zu Bochianites rechnen, sondern zu Lechites. ...