Original paper

Über die Gliederung des Ober- und Mittel-Valendis in Nordwestdeutschland

Seitz, O.

Kurzfassung

A. Einleitung In dem Vorwort zu der Arbeit E. STOLLEYs über ,die Nucleus-Zone usw." (diese Z. S. 121) habe ich auf die großen Verdienste dieses Autors um die Erforschung der Kreide kurz hingewiesen. Seine Arbeiten sind zum größten Teil eine Art vergleichende Stratigraphie, in welcher Einzelbeobachtungen aus vielen Aufschlüssen gegeneinander abgewogen und mit Auffassung anderer Autoren oft mehr oder weniger polemisch diskutiert werden. Oft werden seine Darlegungen zu den gestellten Themen von geistvollen Ausführungen abweichender Art unterbrochen und man vermißt fast immer eine übersichtliche Darstellung des Tatsächlichen, nämlich die Aufeinanderfolge der Arten und Faunen bei den einzelnen Fundorten und bei der Schichtenfolge im ganzen. Versucht man nun, sich ein klares Bild von den einzelnen Profilen selbst zu verschaffen bzw. von dem, was tatsächlich beobachtet wurde, dann muß man STOLLEYs Schriften einem sehr gründlichen und zeitraubenden Studium unterziehen. Eine weitere Schwierigkeit ist dadurch entstanden, daß die Gliederung des Valendis durch STOLLEY wiederholt geändert werden mußte. 1908 teilte STOLLEY das Valendis in 10 Zonen auf. Hiervon entfielen zwei auf die Dichotomiten- und drei auf die Polyptychiten-Schichten. Zwischen diesen beiden Stufen war die Zone von Haßlage mit unsicherer Stellung eingeschaltet. Die Garnierien-Schichten waren in zwei Zonen unterteilt; jedoch war eine fragliche mittlere Zone mit Garnieria marcoui (D'ORB.) bereits vorgesehen. An dieser Gliederung wird 1925 nichts geändert. Dagegen gibt STOLLEY 1937 eine größere Umgestaltung bekannt. Die Schichten von Haßlage werden auf die Arnoldien-Schichten und auf die oberen und mittleren Dichotomiten-Schichten verteilt. Die Dichotomiten-Schichten werden in drei Zonen aufgeteilt, wobei als unterste die Nucleus-Zone erscheint. Die Dreiteilung der Polyptychiten-Schichten bleibt zunächst noch bestehen, die der Garnierien-Schichten wird schärfer begründet. In der ,Nucleus"-Arbeit, die jetzt erst zum Abdruck gelangt, hat STOLLEY die untere Grenze der Dichotomiten-Schichten bzw. des Ober-Valendis auf Kosten der Polyptychiten-Schichten durch Hinzunahme der Proastierien-Zone noch einmal mit guten Gründen tiefer gelegt. Dadurch werden die Polyptychiten-Schichten um eine Stufe gekürzt. Im. folgenden habe ich nun versucht, die Beobachtungen in den einzelnen Valendis-Aufschlüssen Nordwestdeutschlands zusammenzustellen, um auf diese Weise einen Überblick über die gesicherten stratigraphischen Ergebnisse der Untersuchungen STOLLEYs zu gewinnen. ...