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Monatsversammlung in Köln am 9. Februar 1949 gemeinsam mit dem Geologischen Institut - Eiszeitproblem und Strahlungskurve.

Schwarzbach, Martin

Kurzfassung

M. SCHWARZBACH (Köln) gab eine geologische Einführung. K. HIMPEL (Frankfurt) lehnte nicht nur die Deutung der Strahlungskurve im Sinne von KÖPPEN, WEGENER, SOERGEL und ZEUNER ab, sondern bezweifelte auch aus astronomischen Gründen die Richtigkeit der Kurve, vor allem deswegen, weil MILANKOWITSCH an Stelle des astronomischen Halbjahres mit einem ,kalorischen" Halbjahr von 1871/2 Tagen rechnete. Er sah die Ursachen der Eiszeit in einer veränderlichen Sonnenstrahlung, wobei die Veränderlichkeit durch Dunkelwolken angeregt wird. HELM. BERG (Köln) untersuchte als Meteorologe kritisch die Frage, ob milderer Temperatur im Winter tatsächlich vermehrter Niederschlag entspricht, wie bei der Ausdeutung der Strahlungskurve angenommen wird. Aus den Witterungsbeobachtungen verschiedener Stationen ergibt sich, daß dieser Zusammenhang keineswegs immer besteht, d. h. vermehrte oder verminderte Strahlung wirken nicht einheitlich, sondern stellenweise günstig, stellenweise ungünstig für eine Vereisung. ...