Original paper

Paläogeographie, Tektonik und Erdölvorkommen im Emsland

Lögters, Herbert

Kurzfassung

A. Einleitung Die neuentdeckten Erdölvorkommen haben das Emsland zu großer bergwirtschaftlicher Bedeutung erhoben. Im Zuge der stetig steigenden Aufschlußarbeiten ist eine Fülle neuer geologischer Erkenntnisse gewonnen worden. Die Ergebnisse von rund 360 000 Bohrmetern aus mehr als 600 Bohrungen haben gemeinsam mit mannigfaltigen geophysikalischen Untersuchungen die Geologie dieses Gebietes, das fast ausschließlich vom Diluvium bedeckt ist, weitgehend aufgehellt. In den südlichen Teilen des Emslandes, im Raum um Rheine-Bentheim-Gronau, streichen die mesozoischen Schichten noch an vereinzelten Stellen zutage aus. R. BÄRTLING (1920, 1924) und insbesondere A. BENTZ (1926, 1927, 1930 und 1933) haben über die Stratigraphie, Tektonik und Paläogeographie im preußisch-holländischen Grenzgebiet eingehend berichtet. In den benachbarten Niederlanden befinden sich nur ganz vereinzelt Schichten des Mesozoikums an der Oberfläche. Die Erkenntnisse aus diesen Aufschlüssen wurden in den Arbeiten von BÄRTLING und BENTZ verwertet. Die neuen Bohrergebnisse aus den Jahren 1934-1946 fanden eine erste regionale Auswertung in der Geotektonischen Übersichtskarte NW-Deutschlands (1946-1949), deren Blätter 46 a, 46, 58, 59, 70 und 71 (ALDINGER, CLOSS, LÖGTERS, REICH und SCHOTT) die Geologie des Emslandes und ihre Stellung zu den Nachbargebieten veranschaulichen. In den Erläuterungen zu dieser Karte sind die ältere Literatur und die umfangreichen geologischen Arbeiten und Berichte der Industrie und der staatlichen Institutionen einzeln aufgeführt. Seitdem sind weitere Aufschlüsse hinzugekommen. Über einige Gebiete wurden inzwischen auch Spezialarbeiten veröffentlicht (BREYER, LÖGTERS, O. SCHMIDT, SCHOTT, WOLBURG). Unser derzeitiger Stand der Kenntnisse läßt es angebracht erscheinen, ein Gesamtbild der paläogeographischen Entwicklung des Emslandraumes zu entwerfen und die Zusammenhänge der Paläogeographie mit den tektonischen Vorgängen, die für den heutigen geologischen Bau des Emslandes entscheidend gewesen sind, aufzuzeigen.