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Tektonik und Erdölführung des Feldes Georgsdorf (Emsland)

Breyer, F.

Kurzfassung

Über das Erdölfeld Georgsdorf haben H. LÖGTERS und der Verfasser (1949) bereits vor 3 Jahren auf der Erdöltagung der Deutschen Geologischen Gesellschaft in Hannover gesprochen. Über die bis zum Herbst 1949 erzielten neuen Erkenntnisse hat vor nicht langer Zeit H. LÖGTERS (1949) berichtet. Ich beschränke mich daher diesmal auf 2 Spezialfragen, die auf den Gebieten der tektonischen Geologie und der Ausbildung des Erdölspeichergesteins liegen. I. H. LÖGTERS hat in seinem Vortrag (1949, S. 542) bereits eingehend auf die komplizierten tektonischen Verhältnisse hingewiesen, die im Bereiche der "Nordrandstörung" vorliegen. In diesem Teil kann die Struktur Georgsdorf noch nicht als völlig geklärt gelten. Gerade durch Aufschlüsse der letzten Zeit sind aber Beobachtungen gemacht worden, die die bisherige Auffassung einer Prüfung zu unterwerfen zwingen. Bei dem Entwurf der geologischen Profile (LÖGTERS 1949, S. 540) war die Auffassung zur Darstellung gelangt, daß die Antiklinale Georgsdorf einer einzigen tektonischen Phase ihre Entstehung verdankt, nämlich einer gegen Ende der Oberkreide. Das Tertiär transgrediert ungefaltet über dem bewegten Bau des Untergrundes, nicht nur hier, sondern auch an allen anderen emsländischen Strukturen. Sieht man sich die geologischen Querprofile, namentlich im westlichen Teile des Ölfeldes, genauer an, so bemerkt man, daß die Konstruktion der Störungen unter einem Zwang leidet. Das Konstruktionsprinzip, die Störungen nach oben bis unter die Transgressionsfläche des Tertiärs hochzuführen, verursacht 3 Schwierigkeiten: 1. Die höchsten Stellen des sicheren Nachweises der Störungen liegen stratigraphisch ziemlich tief. Nach oben hin war man gezwungen, sie immer steiler zu zeichnen, da sie die nächsten Bohrungen nicht schneiden durften. So wurde eine Reihe von spitzen Keilschollen erzwungen. Dabei ist die Schaufelform der Störungen durchaus nicht als mechanisch schlecht hinzustellen.