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Die saaleeiszeitliche Stauchzone von Itterbeck-Uelsen (Grafschaft Bentheim)

Richter, Wolfgang; Schneider, Harras; Wager, Rudolf

Kurzfassung

1. Einleitung Vom Amt für Bodenforschung Hannover wurde in den Jahren 1948 und 1949 die Kartierung der Blätter 1:25 000: Itterbeck, Veldhausen, Emlichheim, Laar, Getelomoor, Neuenhaus und Nordhorn im Emsland durchgeführt. Dabei wurden auf den Blättern Itterbeck und Veldhausen in den von den Verfassern kartierten Anteilen allgemeine Erkenntnisse über glaziale Stauchgebiete gewonnen, welche sich auch bei der späteren Aufnahme des Blattes Neuenhaus durch C. DIETZ bestätigten. Mit dieser Bearbeitung liegt zum erstenmal eine detaillierte Kartierung eines größeren, zusammenhängenden Stückes der glazialen Stauchzonenkette vor, welche sich sehr deutlich von den Niederlanden bis in die Gegend von Rehburg verfolgen läßt und deren weiterer Verlauf bis nördlich von Magdeburg angedeutet ist (WOLDSTEDT 1935). Diese als eine End- bzw. Stillstandslage des Saale- (Riss-) Eiskomplexes betrachtete, in sich weiter gegliederte Stauchzonenkette ("Stauchmoräne") wurde von WOLDSTEDT (1928) zuerst im Zusammenhang verfolgt und mit dem Namen "Rehburger Stadium" belegt. Methodik der Kartierung Da es sich bei Beginn der Kartierung bald herausstellte, daß eine Aufnahme in der üblichen Weise zur Klärung der Probleme nicht ausreichte, wurde im Maßstab 1:10 000 kartiert und hierzu eine große Zahl von 2-m-Handbohrungen - gebietsweise mehr als 200 je km2 - ausgeführt, welche vorzugsweise in Profilen quer zum Streichen angeordnet wurden. Hierdurch, sowie unter Berücksichtigung der in den spärlichen Aufschlüssen gezeigten Verhältnisse und durch die Auswertung der Morphologie, ergab sich eine grundsätzliche Klärung der Schichtenfolge und des Baues der Uelsener Stauchzone trotz der Verschleierung durch eine geringmächtige Sandauflage. Es handelt sich bei letzterer meist um periglazial umgelagerten Sand und um Flugsand. In den Gebieten der alten Ackerflächen - bei den Ortslagen - ist der geologische Bau zusätzlich verschleiert durch die bis 1 1/2 m mächtige Auflage von humosem Sand, welche auf die früher in diesem Gebiet allgemein übliche "Plaggendüngung" zurückzuführen ist.