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Das Oligozän in der Uelsener Stauchzone (Emsland)

Dietz, C.; Hiltermann, H.

Kurzfassung

Während der geologischen Aufnahme wurden im Raume Neuenhaus-Uelsen bis zur südlichen Landesgrenze Ergebnisse erzielt, die zur Klärung der dortigen Tertiärstratigraphie beitragen. Es könnten neben der Kartierung die Profile der gerade in dieser Zeit von der "Seismos" heruntergebrachten Schußbohrungen von C. DIETZ petrographisch bearbeitet werden. Ferner wurden die Spül- und Meißelproben aus den oberen Teufen von der Bohrung "Itterbeck 5" eingesehen, ebenso wie die Spülproben von "Itterbeck 6" während des Abteufens untersucht werden konnten. H. HILTERMANN übernahm die mikropaläontologische Bearbeitung der Bohr- und Aufschlußproben. Der Fa. C. DEILMANN Bergbau G.m.b.H., insbesondere Herrn E. von PROSCH, sei an dieser Stelle unser Dank für die Unterstützung während der Arbeiten und für die Erlaubnis zur Veröffentlichung von Teilprofilen der Tiefbohrungen ausgesprochen. Die Schichtenfolge des tieferen Alttertiärs ist in unserem Untersuchungsgebiet durch die Tiefbohrungen der Erdölfirmen relativ gut bekannt. Insbesondere im Eozän ist eine weitgehende stratigraphische und bionomische Äquivalenz mit den Nachbargebieten festzustellen (BETTENSTAEDT 1949, HILTERMANN 1949, SCHAD 1947). Oligozän und Miozän sind aber, soweit sie in den Bohrungen vorhanden waren, übermeißelt und auch nicht elektrisch vermessen worden, so daß hier noch Kenntnislücken vorhanden sind. Über die Stellung des Phosphoritlagers im Schichtenverbande des Alttertiärs im Gebiet der Stauchmoräne herrschte bislang Unklarheit, ebenso wie über das Alter der hier in größerer Verbreitung auftretenden Grünsande. Die Einstufung beider Tertiärbildungen wird durch die intensive glaziale Stauchung sehr erschwert. Mitteloligozän und Phosphoritlager Dem Schichtenverbande des Alttertiärs ist eine Lage von Phosphoritknollen in wechselnder Mächtigkeit von 10-60 cm eingeschaltet. Diesem Lager wurde zeitweise eine gewisse wirtschaftliche Bedeutung zugemessen. So wurden im ersten Weltkrieg auf holländischem Gebiet die Phosphorite bei der grenznahen Stadt Ootmarsum abgebaut, ebenso auf deutscher Seite in den Uelsener Bergen in den Jahren 1918-1920, um dem Phosphatmangel der Landwirtschaft abzuhelfen (H. SPECHT 1934, S. 101). Eine Angabe über die chemische Zusammensetzung der Phosphorite (12-15% P2O5) wurde von A. BENTZ (1930, S. 297) gemacht. Dort finden sich auch die auf holländischem Gebiet nach POSTHUMUS gemachten Fossilfunde unter Ergänzung einer dem Nummulites planulatus LAM.