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Über ostafrikanische Glimmerpegmatitlagerstätten

Karl-Ernst, Micke

Kurzfassung

Einleitung Die Eigenart jedes einzelnen Glimmergebietes der Erde erlaubt keinen Zweifel darüber, daß irgendwo gewonnene Erkenntnisse wohl Anregungen liefern können, jedoch nur mit größter Vorsicht verallgemeinert oder auf andere Gebiete übertragen werden dürfen. Das 1930 erschienene Standard-Werk von H. MOHR: "Der Nutzglimmer" widmet dem damals noch recht unzulänglich erforschten ostafrikanischen Glimmer einen entsprechend kleinen Raum der Betrachtung. Es erscheint daher zweckmäßig, die bis Kriegsausbruch dort gesicherten Erkenntnisse vorzutragen. Die wichtigsten Glimmerländer Afrikas sind Madagaskar (als einziger Lieferant von afrikanischem Tafelphlogopit), ferner Südrhodesien und das Tanganyika-Gebiet (mit mehr als 90% der Ausbeute an afrikanischem Tafelmuskowit). In folgenden Gebirgs- und Höhenzügen des Tanganyika-Gebietes ist Glimmer als bauwürdig bekannt und zum Teil Gegenstand der Gewinnung: Im Süden: Südliche Hochländer; von Süden nach Nordwesten: Ufipa, Mpimbwe; von Süden nach Nordosten: Vidunda, Usagara, Ugogo, Kaguru, Nguru, Uluguru, Mikese, Pongwe, Usambara und Pare. Nutzglimmer gibt es auch in anderen afrikanischen Ländern; von Süden nach Norden: Transvaal (Bezirk Letaba; ferner bei Malelane); Portugiesisch-Ostafrika (Hinterland von Porto Amelia; Portugiesisch-Nyasa); Madagaskar (Ankaratra-Berge, bei Bekily, Betroka, Ambovombe, am Aloatra-See und andernorts); Süd-Rhodesien (Bezirk Lomagundi, insbesondere bei Miami); Nord-Rhodesien (Luangwa-Gebiet); Nyasaland (Bezirke Lilongwe, Dowa und Mzimba); Uganda (Norden des Kioga-Sees); Kenya (Suk-Berge; ferner Nordosten von Muhoroni); Englisch-Ägyptischer Sudan; Abessinien; Britisch-Somaliland. Die Hauptgewinnungsstätte Ostafrikas ist das Uluguru-Gebirge. In seiner ganzen Geschichte bis zum 2. September 1939 lieferte der Uluguru-Glimmer 70 bis 100% der gesamten deutsch-ostafrikanischen bzw. der Tanganyika-Nutzglimmerförderung (= 40 bis 100% der gesamten afrikanischen Ausbeute an Tafelmuskowit). Die übrigen Vorkommen Ostafrikas, auch die bei Lushoto (Wilhelmstal), sind nur kurze Zeiten oder gelegentlich in Betrieb gewesen.