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Fragen der Grundwasserchemie in Beziehung zu Oberfläche und Untergrund

Nöring, F.

Kurzfassung

Der Hydrogeologische Arbeitskreis, betreut vom Bundesministerium für Wirtschaft und unterstützt durch zahlreiche Fachleute, vor allem aus den geologischen Landesanstalten, fördert die Schaffung grundwasserchemischer Karten. Mit dieser Aufgabe haben sich in Dänemark ÖDUM & CHRISTENSEN (1936) und in Deutschland SANDER (1939), SCHNEIDER (1949, 1950), MÖLLER (1948) und KELLER (Vortrag im Geographischen Kolloquium der Universität Frankfurt am 18. Mai 1949) befaßt. Die Arbeit besteht in der Auswertung von Grundwasseranalysen, wie sie von Trink- und Brauchwasserlaboratorien laufend ausgeführt werden. Das bedeutet eine starke Einschränkung der Forschungsmöglichkeiten, nicht nur weil in der Regel nur von solchen Grundwässern Analysen gefertigt werden, die dem Verbrauch dienen sollen, nicht nur weil viele Analysen, vor allem bei der Bestimmung der gebundenen, der freien zugehörigen, der freien nichtzugehörigen, der kalkangreifenden und der rostschutzverhindernden Kohlensäure Widersprüche aufweisen, sondern auch weil nur solche Gehalte und Eigenschaften untersucht werden, die für die Hygiene oder für Wasserverteilung und -verbrauch wichtig sind. Nur die Mineral- und Heilwasseranalysen bilden hier eine Ausnahme. Von den 98 Elementen des periodischen Systems werden normalerweise nur 15 Elemente, und diese z. T. als Verbindung, z. T. zusammengefaßt, untersucht. Diese Elemente sind, geordnet nach ihrer Häufigkeit in der Lithosphäre: Sauerstoff Silizium (vielfach nicht festgestellt!) Aluminium (vielfach nicht festgestellt!) Eisen Kalzium Natrium Kalium (vielfach zusammen mit Natrium als Alkalien berechnet!) Magnesium Chlor Wasserstoff Phosphor (vielfach nicht festgestellt!) Kohlenstoff Mangan Schwefel Stickstoff Titan, das in seiner lithosphärischen Bedeutung vor dem Chlor steht, und Barium, Strontium und Chrom, die vor dem Stickstoff stehen, werden nicht festgestellt.