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WILHELM SALOMON-CALVI 

Wurm, Adolf

Kurzfassung

Professor Dr. SALOMON-CALVI (geb. 15. Febr. 1868 in Berlin) war Schüler von Albert HEIM, CREDNER und ZIRKEL. Er promovierte im Jahre 1890 in Leipzig bei ZIRKEL mit einer Arbeit: "Geologische und petrographische Studien am Monte Aviolo im italienischen Anteil der Adamellogruppe". Er siedelte dann nach München über und vertiefte bei ZITTEL seine paläontologische Ausbildung. Hier trat er in nähere Beziehung zu dem Alpengeologen ROTHPLETZ, dem er, wie er selbst bekennt, wertvollste Förderung und Anregung verdankt. Für die folgenden Jahre wurden der Adamello und die Val Camonica sein eigentliches Arbeitsgebiet. An die Val Camonica knüpften ihn auch bald persönliche Beziehungen, hier fand er 1893 seine Lebensgefährtin Rosalia, geb. CALVI aus Edolo in der Provinz Brescia. Diese persönliche Bindung und die Lage seines Arbeitsgebietes mögen wohl der Grund gewesen sein, daß er von 1893 bis 1896 seinen Wohnsitz nach Oberitalien verlegte und in Pavia an der dortigen Universität Assistent und Dozent wurde. 1897 kehrte er nach Deutschland zurück. Er wurde in Heidelberg bei H. ROSENBUSCH Assistent und habilitierte sich im gleichen Jahr mit einer Arbeit über "Alter, Lagerungsform und Entstehungsart der periadriatischen granitisch-körnigen Massen". 1901 wurde ihm eine etatmäßige außerordentliche Professur für Paläontologie und Stratigraphie in Heidelberg übertragen, die 1908 in eine Professur für Geologie und Paläontologie umgewandelt wurde. Im Jahre 1913 wurde er zum Ordinarius ernannt. Während des ersten Weltkrieges traf ihn ein harter Schicksalsschlag, allzu früh wurde ihm seine Lebensgefährtin entrissen, mit der er in glücklichster Ehe lebte. Der Ehe sind 4 Kinder entsprossen. 37 Jahre übte SALOMON-CALVI seine Lehrtätigkeit in Heidelberg aus. Er ist der Ruperto-Carola treu geblieben, auch als ehrenvolle Rufe nach Hannover, nach Leipzig und München an ihn ergingen. In der von ihm geliebten Heidelberger Landschaft fühlte er sich heimisch. Hier dachte er auch seinen Lebensabend zu verbringen. Eine unheilvolle politische Entwicklung in Deutschland hat das leider unmöglich gemacht.