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Der Stand der Erdölerschließung in Nordwestdeutschland

Aldinger, H.

Kurzfassung

Obwohl der oberdeutsche Molassetrog vom erdölgeologischen Standpunkt aus als besonders höffiges Gebiet zu bezeichnen ist, gelang es bis Jetzt nicht, hier wirtschaftliche Produktionen zu erzielen. Dagegen sind im nordwestdeutschen Sedimentationstrog in den letzten Kriegsjahren und nach dem Krieg eine Reihe neuer Lagerstätten entdeckt worden, die nicht nur von großer wirtschaftlicher Bedeutung sind, sondern auch neue erdölgeologische Erkenntnisse geliefert haben. Während die alten nordwestdeutschen Lagerstätten fast ausnahmslos an Salzstöcken oder in deren unmittelbarer Nähe liegen, ist das Öl und Gas im Emsland an Antiklinalen gebunden und haben sich zum erstenmal auch stratigraphische Fallen und die sog. Zwischenhochgebiete als ölführend erwiesen. Damit scheint sich die von manchen Erdölgeologen schon lange vertretene Ansicht zu bestätigen, daß das nordwestdeutsche Erdöl nicht oder nicht ausschließlich aus dem Zechstein stammt, sondern daß auch mesozoische Schichten, insbesondere die Münder Mergel-Wealden-Serie, Muttergesteine sind. Es scheint, daß die Spezialtröge mit besonders mächtigen Sedimenten, die vom Lias bis zum Tertiär an verschiedenen Stelle bekannt sind, die Lagerstättenbildung begünstigen. Mit einer Erschöpfung der deutschen und der Weltvorräte an Erdöl ist nicht so bald zu rechnen, da nicht nur mit neuen Entdeckungen zu rechnen ist, sondern in steigendem Maß zu den ursprünglichen Fördermethoden durch Bohrungen sekundäre Gewinnungsverfahren treten die es in einigen amerikanischen Feldern ermöglichten, die Ausbeute mehrere Jahrzehnte lang auf der gleichen Höhe zu halten. Die Felder im Emsland sind, was gewisse geologische Voraussetzungen anbetrifft, für sekundäre Gewinnungsmethoden wesentlich günstigere Objekte als die meisten Salzstockfelder.