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Der Einfluß der Trockenjahre auf den Grundwasserhaushalt im Bergbau

Teike, M.

Kurzfassung

An Hand der Ganglinien des Grundwasserspiegels von 5 Grundwasserbeobachtungsbrunnen und graphischer Darstellung von Wassermengen, die aus Eisenerzgruben des Lahn-Dill-Gebietes im Monatsdurchschnitt in den Jahren 1946-1949 gehoben worden sind, wurde gezeigt, wie sich die anormalen Niederschlagsergebnisse der betreffenden Jahre auf die Wasserverhältnisse im Untergrund ausgewirkt haben. Die Grundwasserspiegel-Kurven sind je nach den hydrogeologischen Verhältnissen der Beobachtungsbrunnen mehr oder weniger stark beeinflußt von den örtlich gefallenen Niederschlägen. Der Zugang konnte verdeutlicht werden an dem weitgehenden Übereinstimmen des Ganges des Beobachtungsbrunnens in Dillenburg mit der Niederschlagshöhe, die von der unmittelbar benachbarten Regenstation Dillenburg gemessen wurde. Andere Brunnen sind weniger beeinflußt und zeigen deshalb statt des unruhigen Auf und Ab ein ziemlich stetiges Ansteigen sowie ein gleichmäßiges Absinken des Wasserspiegels im Laufe des Wasserwirtschaftsjahres. Die seit längerer Zeit anhaltenden Tiefstände geben deshalb ein eindeutiges Bild über das Verhältnis des Grundwassers sowie über das Jahresmittel. Es zeigt sich im allgemeinen, daß nach dem starken Absinken 1947 gegenüber 1946, im Jahre 1948 ein geringes Ansteigen erfolgte, während 1949 der tiefste Grundwasserspiegel durchweg noch unter dem von 1947 liegt. Es beruht dies auf dem in unserem Gebiet auch 1949, gegenüber anderen Gebieten Deutschlands, besonders niederschlagsarmen Sommer. Wie zu erwarten war, spiegeln sich die Grundwasserverhältnisse von heute in den von den Eisenerzgruben im Lahn-Dill-Gebiet gehobenen Wassermengen wider. Von den Firmen Buderus, Sieg-Lahn, und Mannesmann waren freundlicherweise eine große Anzahl von Messungen zur Verfügung gestellt worden, wofür an dieser Stelle gedankt sei. Von 3 Gruben liegen besonders genaue und über einen längeren Zeitraum von 1946 bis 1949 durchgeführten Messungen vor, welche deshalb auch zum Vergleich herangezogen werden konnten. Eine Grube, die im Laufe des Jahres 1946 einen Unterschied in der monatlichen Wasserförderung von 1,35 cbm/min im Maximum und 0,9 cbm im Minimum bei einem Jahresdurchschnitt von 1,09 cbm zeigte, brauchte 1947 nur noch im Durchschnitt 0,81 cbm bei einer Schwankung zwischen 0,85 und 0,97 cbm, zu heben. 1948 zeigte der Durchschnitt wieder ein Minus von 0,84 und sank 1949 auf 0,76 cbm, also noch unter den Wert von 1947 ab. Das Maximum betrug 1948 = 0,87, das Minimum 0,79 cbm; 1949 Maximum 0,83, Minimum 0,67 cbm/min.