Original paper

Über synorogene Sedimentation

Lotze, Fr.

Kurzfassung

Als "synorogen" sollen Sedimente bezeichnet werden, die sich während einer orogenen Phase oder eines orogenen Aktes ablagerten. Solche Sedimente könnten als echte geologische Dokumente über die Natur orogener Ereignisse, ihre Wirkungsweise, relative Dauer usw. Auskunft geben und würden erlauben, die auf rein theoretischem Wege gewonnenen Vorstellungen nachzuprüfen. Als Fälle solcher synorogener Sedimente werden angesehen: bestimmte Ablagerungen der oberen Unterkreide und höheren Oberkreide in den Westpyrenäen, die Bärsteinbildungen bei Beckum (vgl. Vortrag von GIERS) und ähnliche Fälle großräumiger subaquatischer Verrutschungen auf annähernd horizontaler Fläche im westfälischen Senon, besondere Horizonte des australischen Permokarbons, die pleistozänen Lisanmergel am Jordantal und die eigentümlich dislozierten devonisch-karbonischen Grenzschichten im Gebiet von Drever-Belecke (Sauerland). - Aus der Analyse der Erscheinungen wird abgeleitet, daß ein orogener Vorgang sich insgesamt zwar über längere Zeit erstreckt, sich dabei aber aus mehreren Unterphasen und einer ± großen Zahl kurzer, wohl definierbarer, ruck- oder erdbebenartiger Klein- und Kleinstphasen zusammensetzt.