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Stratigraphische Probleme des Pfälzischen Rotliegenden

Falke, H.

Kurzfassung

Die bisherige Gliederung des pfälzischen Rotliegenden, unter denen auch die gleichaltrigen Sedimente der Nahemulde verstanden werden, befriedigt nicht, zumal wenn man eine Gleichstellung der pfälzischen und ehemals preußischen Einteilung versucht. Die bestehenden Unsicherheiten, die sich u. a. besonders aus dem Fehlen von Leitfossilien und der nichtmarinen Entstehung der Ablagerungen erklären, kommen deutlich bei einem Rückblick auf die bisherigen Gliederungsversuche zum Ausdruck. In den aufgestellten Tabellen bis etwa zum Jahre 1918 ergibt sich als einzige übereinstimmende Grenze jene zwischen den Unteren und Oberen Lebacher-Tholeyer Schichten. Des weiteren wird betreffs des pfälzischen Rotliegenden für die Unteren Kuseler Schichten stets eine durchaus gültige Dreiteilung in 2 Rothorizonte und eine mittlere Kalkbankzone eingehalten. In Anlehnung an die Gliederung auf anderen Rotliegend-Gebieten schwankt die Grenzziehung zwischen Unter- und Oberrotliegend, obwohl GREBE, GUEMBEL, LEPPLA und vor allem REIS einer Zurechnung der Unteren Söterner bzw. Söterner Schichten = Grenz-Melaphyrzone zum Oberrotliegend zuneigen. Zwischen den Waderner Konglomeraten und den Kreuznacher Sandsteinen bleibt auf Grund der durchlaufenden Sedimentation die Grenzziehung unsicher. Dies betrifft vor allem alle verbleibenden Schichtgrenzen im Unterrotliegenden. Die späteren Gliederungsversuche von LEPPLA und KUEHNE für den preußischen Anteil, von REIS für den pfälzischen Bereich stimmen in folgenden Punkten überein: 1. Wiederum in der Grenze zwischen Lebacher- und Tholeyer Schichten; 2. in der Einstufung des Grenzlagers als tiefstes Oberrotliegendes, indem vor allem durch KUEHNE darauf hingewiesen wird, daß die ehemaligen Söterner Schichten in der Form des Porphyr-Konglomerates eine Fazies darstellen; 3. in der Betonung, daß sich das Ober- und Unterrotliegende wesentlich in seinen Gesteinskomponenten unterscheidet, indem im Oberrotliegenden Produkte des Vulkanismus bei Zurücktreten von Arkosen vorherrschen. Desgleichen wird für diesen Abschnitt die vorherrschende Rotfärbung der Sedimente gegenüber der vorwiegend grauen Farbe des Unterrotliegenden hervorgehoben. Letzte Argumente kehren fast stets auch in den früheren Gliederungsversuchen wieder. Unter Auswertung der bisherigen Gliederungsversuche und der Ergebnisse aus eigenen Untersuchungen wird nachstehende, sowohl für die Rand- wie Beckenfazies gültige Gliederung in Vorschlag gebracht. Die Grenze Unter-Oberrotliegendes ist an das Liegende des jeweils ältesten Lavaergusses bzw. der ihn vertretenden Sedimente zu legen, sofern sie Grenzlager- oder adäquate Komponenten enthalten.