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Exkursion in die Oberpfalz und das Naabschollenland (anläßlich der Hauptversammlung in München 1950) Thema: Geologie, Lagerstätten und Baustoffe im Oberpfälzer Kristallin und Vorland

Drescher-Kaden, Knipscheer; Strunz, Tillmann.

Kurzfassung

2. Sept.: Weiden (Opf.) - Waldsassen - Pfaffenreuth (Grube "Bayerland") - Steinmühle (Basalt, feuerfeste Tone) - Tirschenreuth (Kaolin) - Plößberg/Wildenau (Phosphatpegmatite) - Gösen (Gangquarz) - Grafenreuth (Ziegelei, tiefgründige Granitverwitterung) - Hagendorf (Phosphatpegmatite) - Pleystein (Quarz) - Flossenbürg (Granit) - Neustadt a. d. W. (Übernachtung). 3. Sept.: Neustadt a. d. W. - Weiden (Ziegelei Keller, Unterrotliegendes) - Etzenricht (Ziegelei Heberlein, Unterrotliegendes) - Holzhammer (Karneolhorizont über dem Mittleren Buntsandstein) - Hirschau (Feldspat-Kaolinsande des Mittleren Buntsandsteins) - Krickelhof (Karneoldolomite, terrestrischer "Zechstein") - Seugast (oberturone Werksandsteine) - Freihung (Oberturon, bleierzführender Bunter Keuper) - Vilseck (Oberturon, Unteremscher) - Schlicht (Lößlehm) - Sulzbach (Übernachtung). 4. Sept.: Sulzbach (Klenzeschacht, cenomanes Brauneisenerz) - Amberg (Brauneisenerzformation) - Freihöls (Bausande des Oberemschers) - Jeding/Knölling (Grünsandsteine des Oberemschers) - Buchtal (feuerfeste Tone und Braunkohle des Obermiozäns, Ton- und Schamottewerk, senone Quarzsande) - Grube Cäcilia (Flußspat) - Schwandorf (Matthiaszeche, Braunkohle) - Bodenwöhr (Übernachtung). 5. Sept.: Bodenwöhr - Erzhäuser/Pingarten/Windmais (Arkosen des Zechsteines, Trias, Lias, Oberturon, Emscher) - Bodenwöhr/Randsberg (Formsande und Reinhauser Kalksandsteine des Unterturons, Lias, Keuper) - Nittenau (Zechstein, Buntsandstein) - Reinhausen bei Regensburg (Kalksandsteine des Unterturons) - Regensburg - München. Von Weiden ausgehend, welches in einer tektonisch begrenzten Rotliegend-Bucht liegt, wird bei Neustadt das Grundgebirge des Oberpfälzer Waldes erreicht, eine Landschaft welliger Verebnungsflächen mit tiefgründiger Kaolinverwitterung, auf der jungtertiäre (untermiozäne) Sedimente (Quarzschotter, helle bis bunte Kaolintone, stellenweise mit Braunkohlen) zur Ablagerung kamen. Ein lebhafter, jüngsttertiärer Basaltvulkanismus (Schlote und Deckenreste) durchbricht die - in Anlehnung an die Verhältnisse im Egerer Becken zum Untermiozän gestellten - Süßwasserschichten. Diese Landschaft wird umrandet von einzelnen bis 940 m aufragenden kristallinen Kerngebieten (Junge Herauswölbung?). Südlich Tirschenreuth an der Schmelitz Kaolingrube, in der ein grob- bis feinkörniger Zweiglimmergranit mehr als 25 m tief zu Kaolin zersetzt ist (Verwendung in Keramik und Papierindustrie). Ein ähnliches Vorkommen bei Schönhaid mit Zersetzung von Granit, Aplitgängen und Hornfels bis zu 20 m Tiefe.