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Exkursion in die Ammergauer und Allgäuer Alpen (anläßlich der Hauptversammlung in München 1950)

Schmidt-Thomé, P.

Kurzfassung

Führung: A. CUSTODIS, C. W. KOCKEL, E. KRAUS, MAX RICHTER und P. SCHMIDT-THOMÉ. Thema der Exkursion war der Bau der Alpenrandzone, wobei besonders Einzelheiten aus der subalpinen Molassezone, dem Helvetikum und dem Kalkalpin gezeigt wurden, während die Flyschzone etwas mehr zurücktrat. Exkursionsprogramm: Samstag, 9. September: Führung: KOCKEL, SCHMIDT-THOMÉ. Tagesroute: München - Starnberg - Hoher Peißenberg - Echelsbacher Brücke - Steingaden - Schwangau - Füssen - Pfronten (Übernachtung). Thema: a) Alt- und Jung-Endmoränenlandschaft am Starnberger See; b) Bau der subalpinen (gefalteten) Molasse; c) Bau der Kalkalpen-Randzone in den westlichen Ammergauer Alpen. Sonntag, 10. September: Führung: CUSTODIS, KRAUS, RICHTER, SCHMIDT-THOMÉ. Tagesroute: Pfronten - Nesselwang - Wertach - Unterjoch - Oberjoch - Hindelang (Oberdorf) - Sonthofen - Obermaiselstein - Oberstdorf (Übernachtung). Thema: Querprofil durch die Alpenrandzone vom Südrand der Molasse über Helvetikum und Flysch ins Kalkalpin; Decken- und Schuppentektonik im Kalkalpin. Montag, 11. September: Führung: KRAUS, RICHTER. Tagesroute: a) (RICHTER) Oberstdorf - Nebelhornfahrt - Gebirgswanderung Eduard - Dietl-Weg - Laufbacher Eck (2177 m) - Himmeleck - Oytal - Oberstdorf. Exkursionsschluß. b) (KRAUS) Oberstdorf - Nebelhornfahrt - Nebelhorn (2224 m) - Talfahrt zur See-Alpe - Abstieg Oberstdorf - Sonthofen - Immenstadt - Kempten. Exkursionsschluß. Subalpine Molasse Im Gebiet des Hohen Peißenberges wurde mit dem Studium der Schichtenfolge und des Baues der 3 Hauptmulden: Peißenberger Mulde im Norden, Rottenbucher Mulde in der Mitte und Murnauer Mulde im Süden begonnen. Die Schichtenfolge ist aus Tab. 1 ersichtlich. Besonders bezeichnend ist ein rascher Fazieswechsel, von dem insbesondere die Serien der Chatt- und Aquitan-Molasse betroffen werden. So können auf engem Raum limnische, brackische und marine Schichten miteinander wechseln, woraus ersichtlich ist, daß diesen nicht die Stellung eigener stratigraphischer Horizonte zukommt. Diese Verhältnisse konnten besonders gut am westlichen Ammerufer beim sogenannten Kunze-Stollen unterhalb von Peiting studiert werden, wo brackische Cyrenen-Schichten, marine Sandsteine und limnische Mergel der Unteren Bunten Molasse unmittelbar miteinander verzahnt sind.