Original paper

Ergebnisse erdmagnetischer Aufnahmen im Grubengebiet Georg-Josef bei Wirbelau

Kutscher, Fritz

Kurzfassung

Magnetometrische Meßverfahren sind bei der Verfolgung und Aufsuchung von Eisenerzvorkommen im Lahn-Dill-Gebiet schon häufig zur Anwendung gebracht worden. Auch liegen eine Reihe von Veröffentlichungen vor (KEGEL 1928, KÄMMERER 1928, LAUTERBACH 1943 u. a.), in denen über solche Meßergebnisse berichtet worden ist. Im Anschluß daran seien einige Ergebnisse mitgeteilt, die bei erdmagnetischen Messungen im Grubengebiet Georg-Josef bei Wirbelau (Bl. Weilburg 1:25000, Nr. 5515) erzielt wurden. Auf der Grube Georg-Josef werden Roteisenlager abgebaut, die an die mitteldevonischen Schalsteine gebunden sind. Die tektonischen Verhältnisse sind recht kompliziert und stellen den Bergmann vor schwierige Aufgaben. Westlich an die durch die Grubenaufschlüsse verhältnismäßig gut bekannten Felder der Grube Georg-Josef schließen sich weniger bekannte und unerforschte Gebiete an. Hier wird der devonische Untergrund durch einen Lößschleier verdeckt und es versagen - wenn man von zahlreichen kostspieligen Bohrungen absieht - weitgehend die geologischen Aufklärungsmethoden bei der Verfolgung der Schichtenfolge und tektonischen Lagerung. AHLBURG erwähnt hier (Erl. Bl. Weilburg; S. 102) einige Schalsteinaufbrüche, die in Begleitung der Oberdevonmulde Weilburg-Runkel auftreten. Hier sollte die magnetische Meßmethode die Prüfung vornehmen, diese z. T. nur vermuteten Umrisse der Schalsteinaufbrüche bzw. -sättel festzulegen und nach Möglichkeit die daran gebundenen Erze nachzuweisen. Die bisher durchgeführten erdmagnetischen Messungen im Lahn-Dill-Gebiet zeitigten sehr wechselnde Ergebnisse. So wurden u. a. eindeutige positive Anomalien über Magneteisenerzlagern nachgewiesen; über den Roteisenerzhorizonten wurden sowohl positive als auch negative Störungswerte festgestellt; die Diabase hatten verschiedene Magnetisierungsstärken und die Schalsteine gelegentlich geringere als die der Begleitgesteine. Daraus geht hervor, daß von vornherein nicht zu übersehen war, in welcher Richtung die Ergebnisse in dem Untersuchungsgebiet um Wirbelau und der Alten Runkeler Straße sich entwickeln werden. Daher wurden zunächst über dem bekannten Grubengebiet Georg-Josef Testversuche mit der Vertikalwaage vorgenommen.