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Entstehung und Herkunft des Lößes

Weidenbach F.

Kurzfassung

Die Löße stellen zum weitaus überwiegenden Teil das Ausblasprodukt aus glazialen Schotterfluren dar, die während der Kaltzeiten infolge eustatischer Meeresspiegelschwankungen weit ins Gebiet der heutigen Schelfmeere hinaus reichten. Demgegenüber ist der Lößanteil mengenmäßig untergeordnet, der aus der Frostschutzzone, aus den Moränen oder aus dem trockengefallenen Schelf ausgeblasen wurde. Die Löße sind vorwiegend hochglazial. Ein kleiner Teil gehört der Vorstoßphase an. Dagegen hört die Lößbildung unmittelbar nach dem Höchststand der Gletscher auf. Rückzugslöße spielen in der Gesamtbilanz der Löße eine sehr geringe Rolle. Der Löß III gehört der Würmeiszeit (im Sinne PENCKS), der Löß II der Jungrißeiszeit und der Löß I wahrscheinlich der Mittelrißeiszeit an. Es gibt nur eine einzige Würmeiszeit. Die MILANKOWITCHsche Strahlungskurve ist falsch interpretiert worden und hat zu Verwirrungen in der Eiszeitenchronologie und Stratigraphie geführt.