Original paper

Geologische und geographische Bilder aus Finnisch-Lappland.

Treibs, Walter

Kurzfassung

Finnland verdankt seine heutige Landschaft der diluvialen Vereisung. Auf Schritt und Tritt begegnet man den Spuren dieses Ereignisses, sei es in Form eiszeitlicher Ablagerungen, sei es in Form ausgeprägter Rundhöcker-, Seen- und Moorlandschaften. In Südfinnland sind es die Seen, in Lappland die Moore, die außer den unendlichen Wäldern die Landschaft kennzeichnen. Hervorgerufen wird dieser Unterschied durch stärkere postglaziale Heraushebung im Norden. Dieser ging noch eine postglaziale Meeresüberflutung voraus, deren Spuren - marine Mergel und Strandwälle - an zahlreichen Stellen zu finden sind. Manche Bodenschätze birgt der Untergrund des Landes, aber sein Hauptreichtum liegt in den riesigen Wäldern. Groß sind die Gegensätze zwischen dem Polarwinter mit seinen langen, von geisterhaften Nordlichtern erhellten Nächten, den eisigen Temperaturen und monatelang verschneiten Wäldern und Tundren und dem Polarsommer, in welchem beim warmen Schein der Mitternachtsonne die Natur sich in unerhörter Farbenpracht und Mannigfaltigkeit innerhalb weniger Wochen entwickelt. Trotzdem liegt auch in dieser Jahreszeit eine schwermütige Stimmung über der Landschaft, die, zusammen mit dem von der Natur aufgezwungenen harten Lebenskampf, auch die Seele des finnischen Menschen geformt hat und u. a. in seinen Volksliedern zum Ausdruck kommt. An Hand zahlreicher Farblichtbilder aus Sommer und Winter zeigte der Vortragende die Eigenarten dieser nordischen Landschaft zwischen Rovaniemi, der Hauptstadt Finnisch-Lapplands, und dem nördlichen Eismeer.