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Chemisch-petrographische Untersuchungen an devonischen Eruptivgesteinen der Dillmulde (Scheldetal b. Dillenburg)

Götz, H.

Kurzfassung

Charakteristische Unterscheidungsmerkmale mittel- und oberdevonischer Diabasmandelsteine, die im Liegenden und Hangenden des Grenzlagers auftreten, können bei Bohrungen und Neuaufschlüssen wichtige Hinweise hinsichtlich des Lagerhorizontes geben. Makroskopisch zeigen die Diabasmandelsteine des Liegenden häufig einen rötlichen Farbton gegenüber denen des Hangenden, die meist eine blaugraue Farbe aufweisen, jedoch können nicht alle Diabasmandelsteine auf diese Weise eingeordnet werden. Von den Gruben Neue Lust und Amalie bei Nanzenbach wurden 30 verschiedene Proben petrographisch und 14 chemisch analysiert. Auf Grund des Mineralbestandes und Chemismus lassen sich keine grundsätzlichen oder auch nur andeutungsweise unterscheidende Merkmale feststellen. Gemeinsam ist allen Diabasmandelsteinen die mehr oder weniger stark ausgeprägte Pillowtextur mit Mandelführung in konzentrisch-schaliger oder radialer Anordnung (10-35 Gew.% CaCO3). Die kalzitreichen Mandeln werden als Relikte von Kalkeinschmelzungen angesehen, da an ihnen Umkristallisationen und Reaktionshöfe mit schwacher Neubildung von Augitskeletten und Titanit festgestellt wurden. Die chemische Variationsbreite der Diabasmandelsteine äußert sich in den Werten für SiO2 (29-47 Gew.%), Al2O3 (9-20%), CaO (7-20%), CO2 (5-17%) und wird durch Einschmelzungen kalkigen, sandigen und tuffogenen Materials erklärt und durch deren Relikte bestätigt. Unter den Feldspäten herrschen jeweils Orthoklas, Natronorthoklas oder Albit vor, während Plagioklase nur ganz vereinzelt als Bruchstücke von Labrador einsprenglingsartig gefunden wurden. Die Summe der Alkalien mit 3,5-7 Gew. % liegt bei dem hohen CaCO3-Gehalt des Gesteins wesentlich höher als bei normalen Diabasen. In 11 Analysen ist K > 0,7, in 3 Fällen K < 0,4. Trotz erheblichen Gehalts an P2O5 (0,7-1,6%) ist es nicht zu einer Apatitbildung gekommen. Titanite hingegen in mehr oder weniger idiomorphen Formen bzw. körnige Leukoxenaggregate durchstäuben gleichmäßig alle Vorkommen und sind geradezu ein charakteristisches Merkmal der Diabasmandelsteine. Alle makroskopischen, mineralogischen und chemischen Untersuchungsergebnisse führen zu dem Schluß, daß diese Diabasmandelsteine ein Analogon zu den von E. LEHMANN beschriebenen Weilburgiten der Lahnmulde darstellen.