Original paper

Neue stratigraphisch-tektonische Untersuchungsergebnisse im Saarkarbon und seinem Deckgebirge

Guthörl, Paul

Kurzfassung

1. Für die verschiedenen Schichten des Saarkarbons liegt als das Ergebnis jahrelang durchgeführter Untersuchungen und Beobachtungen eine stark erweiterte Liste von Leitfossilien vor. Es konnten allerorts immer wiederkehrende Pflanzengesellschaften festgestellt werden. Zu den Leitformen gehören eine Reihe neuer Arten, deren Abbildung und Beschreibung demnächst erfolgen soll. 2. Auf der gründlichen paläontologischen Durchforschung beruht eine klar durchgeführte Karbonstratigraphie. Dabei kamen die verschiedenen Tonsteinbänke sehr zustatten. U. a. brachten eine Anzahl von vor und nach dem letzten Krieg niedergebrachten Bohrlöchern recht befriedigende stratigraphische Untersuchungsergebnisse. 3. Letzten Endes konnten in vielen Einzelfällen auf Grund dieser einwandfreien stratigraphischen Untersuchungsergebnisse auch die tektonischen Verhältnisse in den verschiedenen Bezirken geklärt werden. Die Kenntnis von der Transgression des Holzer Konglomerats als Leithorizont zwischen dem Westfal und dem Stefan des saar-lothringischen Karbons und der Diskordanz zwischen beiden Karbonstufen wurde dadurch sehr weitgehend gefördert. So transgrediert das Holzer Konglomerat im Bereiche der Grube Hirschbach (südl. Faltenschenkel) über tiefsten Geisheckschichten (Westfal D); Grube St. Ingbert (südl. Faltenschenkel) über tieferen Sulzbacher Schichten (Westfal C); Ziegelei Wellesweiler (südl. Faltenschenkel) über tieferen Geisheckschichten (Westfal D); Grube Frankenholz (nördl. Faltenschenkel) über tiefsten Heiligenwalder Schichten (Westfal D); Grube Frankenholz (südl. Faltenschenkel) über tieferen Geisheckschichten (Westfal D). Die Hauptüberschiebung als wichtigstes Bauelement des Saarkarbons hat im mittleren Revier eine flache Schubhöhe von rd. 1200 m, im östlichen eine solche von rd. 700 m. Unter der Überschiebung sind die Gebirgsschichten stellenweise sehr stark überkippt. Neben der Hauptüberschiebung existiert auch der Südl. Hauptsprung mit einer mittleren seigeren Verwurfshöhe von 200 m. Er läßt sich unter und über Tage nachweisen. Im Bereich südl. der Grube Hirschbach setzte er zwischen den Bohrlöchern Guckelsberg und Stuhlsatzenhaus durch. Im A-Stollen der Grube St. Ingbert konnte ich die sehr deutlich ausgebildete Schleppungszone des Sprunges feststellen. Am Butterberg bei Spiesen, etwa südöstl. der Gruben Heinitz-Dechen, macht sich südöstl. der Hauptstraße Spießen-Neunkirchen die Abbruchzone des Sprunges in der Geländeform heute noch gut bemerkbar. Neben etwas steiler nach Nordwesten einfallenden St. Ingberter Schichten, die früher als Buntsandstein angesprochen wurden, liegen schwach nach Südosten einfallende Buntsandsteinschichten.