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Über die Alkali-Quelle der Granitisierung

von Gaertner, Hans-Rudolf

Kurzfassung

Unter Granitisierung wird hier im weitesten Sinne jede Feldspatung klastischer Sedimente verstanden. Sie umfaßt also Albit-Phyllite genau so wie migmatische Granite. In fast allen Fällen ist man gezwungen, für die Entstehung solcher metamorphen Gesteine eine Zufuhr von Alkali anzunehmen. Die Größe der notwendigen Zufuhr schwankt in weiten Grenzen. Wenn aus einer Grauwacke Granodiorit entsteht, ist nur eine Zufuhr von etwa 1% Alkali notwendig. In anderen Fällen beträgt die notwendige Zufuhr 2-3%; 4% wird wohl nie überschritten. Zur Erklärung nahm man eine "Alkali"-Front, die mehr oder weniger gleichzeitig mit einem Wärmestrom durch das Gestein gewandert sein soll. Man hat wohl meist an eine juvenile Herkunft des Alkalis gedacht. Auf der anderen Seite sind die Sedimentgesteine in größeren Tiefen meist von Salzlaugen durchtränkt. Diese Salzlaugen werden als Reste des ursprünglichen Meerwassers angesehen, das mit dem Sediment "diagenetisch" verändert wurde. L. U. DE SITTER hat in einer neueren Arbeit diese diagenetische Veränderung verfolgt. Zunächst werden dem Meerwasser bei Abnahme der Konzentration Ca und Mg entzogen. Bald aber setzt - nach DE SITTER infolge Verengung des Porenraumes, der als semipermeable Membran wirkt - eine Zunahme der Konzentration ein, die bis zum Sättigungspunkt ansteigen kann. Dabei nimmt das Verhältnis Na : Mg + Ca stetig ab, trotzdem steigen natürlich die Na%. Überraschenderweise zeigen die klastischen Sedimentgesteine bis in große Tiefe vielfach sehr große Porositäten. So fördert ein Erdölfeld des Louisiana-Beckens aus 4000 m Tiefe noch aus einem Sand mit einer Porosität von 32%. Auch die beiden über 6000 m tiefen Bohrungen der Vereinigten Staaten (in Louisiana und im Wasatch-Becken) zeigen anscheinend noch keine ganz kleinen Porositäten. Das sind aber Tiefen, in denen man schon mit Granitisierungen rechnen muß. Hier steht uns also eine fast unerschöpfliche und leicht mobilisierbare Na-Quelle zur Verfügung.