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Nordische Feuersteine im diluvialen Terrassenschotter der Werra

Wiegers, Fritz

Kurzfassung

Im Tal der Werra zwischen Hörschel (westlich von Eisenach) und Hann.-Münden, wo die Werra mit der Fulda sich zur Weser vereinigt, ist eine diluviale Terrasse vorhanden, die in der vorletzten oder Saale-(Riß-)Eiszeit entstanden ist. Diese Terrasse ist in den Erläuterungen zur geologischen Spezialkarte 1:25 000 beschrieben. Die Aufnahme der Blätter erstreckt sich allerdings auf den langen Zeitraum von 1870 (Blatt Eschwege) bis 1928 (Blatt Hann.-Münden), hat also die Entwicklung unserer Kenntnis des Diluviums mitgemacht. Wenn die stratigraphische Stellung der Schotter in den Erläuterungen z. T. gar nicht berührt wurde, so ist doch die geologische Zusammensetzung der Schotter meist sorgfältig angegeben. Sie bestehen, da die Werra auf dem ganzen Weg von Hörschel bis Münden - abgesehen von dem Durchbruch durch das "Werra-Grauwackengebirge" zwischen Albungen und Sooden-Allendorf - nur durch Buntsandstein und Muschelkalk fließt, in erster Linie aus Gesteinen dieser Formationen. Daneben aber hat die Werra aus ihrem oberen Flußgebiete auch Gesteine des Thüringer Waldes mitgebracht. Genannt werden Granit, Quarzporphyr, Melaphyr, Gangquarz und Kieselschiefer. Basalte, die zuerst auf Blatt Vacha in den Werraschottern auftreten, werden nur in den Erläuterungen der Blätter Creuzburg und Mihla erwähnt. In den Erläuterungen zu den Blättern Treffurt, Eschwege, Kella, Allendorf, Witzenhausen, Ermschwerd und Jühnde werden sie nicht mehr genannt, jedoch sind auf Blatt Treffurt die Basalte häufig in den Jüngeren Werraschottem, die in der "Alten Lache" westlich von Treffurt gebaggert werden, deren Alter jünger als die vorletzte Vereisung ist. Nordische Beimengungen werden aus dem Werraschotter auf der ganzen Strecke nicht erwähnt; in der Erläuterung zu Blatt Mihla heißt es sogar ausdrücklich: "nordische Geschiebe und Fossilien fehlen bisher ganz". Erst die Erläuterung zu Blatt Hann.-Münden nennt aus dem Kieslager um Gimte an der Weser, kurz nördlich des Zusammenflusses der Werra und der Fulda, neben Graniten und Felsitporphyren aus dem Thüringer Wald "bemerkenswerterweise auch einige wenige nordische Feuersteingerölle, die jedenfalls zur Eiszeit durch rechte Nebenflüsse der Werra aus dem nördlich davon gelegenen vereisten Gebiet abwärts geführt wurden".