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Die Beziehung zwischen Brauneisenausscheidungen in quartären Feinsandböden und Grundwasserspiegelschwankungen

Keller, Gerhard

Kurzfassung

Überblick Eingangs wird die Frage erörtert, ob und wieweit Brauneisenausscheidungen in diluvialen und alluvialen Böden Anhaltspunkte für jetzige und frühere Grundwasserspiegellagen darstellen. Anschließend daran wird über Profilaufnahmen in diluvialen Feinsandböden mit Eschbodenauflage berichtet und ihre Zuordnung zu den Grundwasserspiegelschwankungen der gleichen örtlichkeit dargelegt. Auch in Alluvialböden mit oberflächennahem Grundwasserspiegel werden vorliegende Brauneisenausscheidungen mit den verschiedenen Grundwasserspiegelständen verglichen. Die Ergebnisse führen zu einer Deutung der Brauneisenausscheidungen als Festmarken im Bodenprofil, an denen natürliche oder künstlich bedingte Grundwasserspiegelveränderungen, insbesondere Grundwasserabsenkungen, in ihrem Ausmaß kontrolliert werden können. 1. Die Frage der Eignung von Brauneisenausscheidungen als räumliche und zeitliche Festmarken Das Vorhandensein von Brauneisen- oder Rostlinien in podsolierten Sandböden und das Auftreten von Rostflecken in Böden mit oberflächennahem Grundwasserspiegel wird gelegentlich als die Fixierung von ehemaligen Grundwasserspiegellagen angesehen. Ortsand oder Ortstein als eine örtliche Verstärkung der Rostlinien sollen dann für längere Zeiträume die Lage des Grundwasserspiegels angeben. Wenn sich auch Unterschiede für die Entstehung der Brauneisenausscheidungen aus den verschiedenen örtlichen Voraussetzungen ergeben, so bestehen aber gegen diese ganz allgemeine Ausdeutung von Brauneisenausscheidungen in quartären Sandböden grundsätzliche Bedenken. Es ist bekannt, daß sich die Rostlinien unter der Bleichzone podsolierter Böden nicht nur der Morphologie des Geländes anpassen, indem sie parallel zur Oberfläche auf Anhöhen hinaufsteigen, sondern daß sie sogar die Oberfläche alter künstlicher Gebilde, wie etwa die Hügelform bronzezeitlicher Grabstätten, nachformen. Auch die Rostflecken in Böden mit oberflächennahem Grundwasserspiegel sind nicht an die Oberfläche des Grundwasserspiegels gebunden, wie entsprechende Aufgrabungen zeigen.