Original paper

Der Kreuzliniensucher, ein Hilfsmittel zur grundrißlichen Darstellung von Störungen

Michelau, Paul

Kurzfassung

Die Geländeoberfläche ist meist keine Ebene, sondern eine im Raum gewellte Fläche. Ihre Abbildung auf topographischen Karten erfolgt aber in einer Horizontalprojektion, wobei die Wellung durch Höhenkurven zum Ausdruck gebracht wird. Ebenso sind die meisten Lagerstätten, auch die schichtigen, keine ebenen Gebilde, sondern verlaufen - wie z. B. die Steinkohlenflöze infolge der Faltung oft wellig im Raum. Auch ihre kartenmäßige Darstellung erfolgt im allgemeinen auf einer Horizontalebene. So stellen die Abbaugrundrisse der Steinkohlenflöze die grundrißliche Projektion der Basisfläche des betreffenden Flözes auf einer Horizontalebene dar. Die Unterschiede in der Höhenlage des Flözes kommen auf dem Grundriß durch streichende Flözstrecken wechselnden Niveaus zum Ausdruck, die hier gewissermaßen die Rolle der Isohypsen der topographischen Karte übernehmen. Die eingetragenen Höhenzahlen und das an jeder Strecke mehrfach eingetragene Einfallen des Flözes erleichtert das Lesen des Risses. Die für jede Sohle und die dazugehörigen, darüberliegenden, streichenden Abbaustrecken festgelegten Sohlenfarben sowie die eingezeichneten Sattel- und Muldenlinien machen den Riß plastischer. Die grundrißliche Flözdarstellung bringt daher - ebenso wie die topographische Karte - die tatsächlichen Verhältnisse anschaulich zum Ausdruck. Schwierigkeiten entstehen aber, wenn in solchen Karten die Schnittlinien von querverlaufenden Flächen (z. B. Störungen in Abbaugrundrissen und Störungen und Schichtenausbisse auf geologischen Karten) mit der durch "Isohypsen" dargestellten gewellten Flöz- bzw. Geländeoberfläche eingetragen werden sollen, da es nicht möglich ist, den wirklichen Verlauf der Störung auf der gewellten Schichtfläche zu messen, sondern lediglich das Streichen, das sich aber mit ersterem nicht deckt. Der Grad der Abweichung hängt von der Größe des Winkels ab, den die Flöze bzw. Geländeoberfläche mit der gedachten Horizontalebene, in der das Streichen gemessen wurde, bildet.