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Möglichkeiten und Wege zu einer Feingliederung im Mittleren Buntsandstein, erläutert an den Verhältnissen des nordwestlichen Vorharzes

Boigk, Heinz

Kurzfassung

In der relativ gleichmäßig und eintönig entwickelten Folge des Mittleren Buntsandsteins, die in den nordwestdeutschen Verbreitungsgebieten bis zu 500 m mächtig werden kann, sind durch GRUPE (1911, 1912) und HAACK (1921) drei Abteilungen unterschieden worden: Tonige Grenzschichten ... sm3; Bausandstein und Tonige Zwischenschichten ... sm2; Eigentlicher Mittlerer Buntsandstein ... sm1. Diese Gliederung hat sich in den Fällen als nicht ausreichend erwiesen, wo es bei der Lösung tektonischer Spezialfragen auf Einzelheiten ankam. Auch in paläogeographischer Hinsicht ließ diese Dreiteilung zahlreiche Fragen der Sedimentations- und Faziesverhältnisse, der Ausdehnung der Ablagerungsräume und der Bildungsbedingungen offen, da es nicht möglich war, die Besonderheiten und Eigenheiten der Serien zu erfassen. Im Rhüdener Sattel, nahe dem Westende des Harzes, wurde der Versuch gemacht, eine Feingliederung aufzustellen, um eine Reihe von tektonischen Fragen des vorwiegend aus Mittlerem Buntsandstein zusammengesetzten Sattelkernes zu lösen. Das Gebiet schien dafür denkbar ungünstig zu sein, fehlten doch zusammenhängende Aufschlüsse, die einen Einblick in den Aufbau der Serien gestattet hätten. Ansatzpunkt der Untersuchung waren daher zunächst einmal die in der Morphologie zum Ausdruck kommenden Härteunterschiede innerhalb des Mittleren Buntsandsteins. Infolge relativ flachen Einfallens ließ sich eine mehr oder weniger deutliche Stufenbildung beobachten, in der sich ein Wechsel von widerstandsfähigen härteren und leichter angreifbaren weicheren Schichten äußert. Es gelang so, zunächst einmal "Bänke" von "Zwischenschichten" ohne nähere Kenntnis ihrer Zusammensetzung zu trennen und kartenmäßig festzuhalten. In gewissen Teilen des Profiles treten grobkörnige Sandsteine auf, die sich mit Hilfe von Lesesteinen im Streichen verfolgen lassen. Bei ihrer Kartierung ergab sich, daß sie vielfach an der Basis oder im Hangenden der härteren Bänke auftreten und damit die widerstandsfähigeren und sandsteinreicheren Wechselfolgen einleiten oder abschließen. Auch treten jeweils im Hangenden oder Liegenden bestimmte petrographisch zu charakterisierende Sandsteintypen auf, die horizontbeständig aushaken. So gelang es, die meisten der zunächst nach morphologischen Gesichtspunkten ausgeschiedenen "Bänke" durch Leitgesteine, d.h. durch Gesteinstypen und deren Vergesellschaftung, zu charakterisieren.