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Die Kupferschieferlagerstätte des Richelsdorfer Gebirges

Gunzert, G.

Kurzfassung

Auf der Richelsdorfer Kupferschieferlagerstätte geht schon seit mehreren Jahrhunderten Bergbau um. Im großen Stil wurde indessen das Vorkommen aber erst seit 1934 und in den darauf folgenden Jahren aufgeschlossen. Die bislang gültigen Anschauungen über die Bedeutung des Vorkommens als Lagerstätte - wie sie z. T. auch in der Literatur niedergelegt sind (KAUTZSCH 1942) - können dabei allerdings nicht geteilt werden. Die allgemeinen geologischen Verhältnisse des Richelsdorfer Gebirges sind erschöpfend durch G. RICHTER (1941) dargestellt worden. Unter dem Kupferschiefer steht die Rotliegendformation des Saartrogs mit Konglomeraten, Sandsteinen und Tonlagen an, wobei die obersten konglomeratischen Schichten gebleicht sind (Grauliegendes), wenn sich nicht der Cornberger Sandstein (Weißliegendes) als ehemalige Dünenbildung von einigen Metern Mächtigkeit dazwischenschaltet. Der Kupferschiefer ist ähnlich dem des Mansfelder Reviers als 40 cm mächtiger, bituminöser, feinschichtiger Mergel entwickelt, ohne dabei jedoch die in Mansfeld ausgebildete Spezialgliederung zu zeigen. Nach oben stellt sich mehr allmählich der Zechsteinkalk von 4-6 m Mächtigkeit ein. Mit scharfer Grenze folgt dann der Gips-Anhydrit-Horizont der Werraserie (15-60 m mächtig) als Äquivalent der salinaren Bildungen des Werrabeckens. Diese greifen übrigens bereits mit dem Salzhang in das südliche Gebiet der Kupferlagerstätte vor. Nach Einschaltung der Bunten Tone (= Roter Salzton der Werraserie) - im Norden auch des Hauptdolomits - von 10-20 m Mächtigkeit folgt der obere Zechstein (nach alter Gliederung) mit der für Niederhessen gültigen Dreigliederung in Untere bunte Letten, Plattendolomit und Obere bunte Letten von zusammen rund 80 m Mächtigkeit. Die oberen Letten gehen in den 40 m mächtigen Bröckelschiefer über, der seinerseits die Basis der Buntsandsteinformation bildet, mit der das Profil der näheren Umgebung abschließt. Die Lagerungsverhältnisse des Gebietes sind durch eine sehr starke Zerblockung des Gebirges ausgezeichnet. Im Norden verläuft der herzyn-streichende Sontragraben mit Muschelkalk und Keuper, dem sich nach Süden die Zechsteinaufsattelung von Sontra-Hornel anschließt. Ihr folgt nach Süden die Reichenbergmulde (Buntsandstein) oder allgemeiner die Nordmulde der Lagerstätte, die ihrerseits vom Rotliegendaufbruch von Nentershausen gegen die zum Werrabecken abtauchende Südmulde getrennt wird.