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Die tektonischen Verhältnisse der alpinen Steinsalzlager

Spengler, E.

Kurzfassung

Einleitend wird die stratigraphische Stellung des Salzgebirges der nördlichen Kalkalpen behandelt. Die von E. SEIDL aufgestellte und neuerdings von W. MEDWENITSCH verteidigte Hypothese, daß es sich um permische Salzlager handelt, wird abgelehnt und an der älteren Ansicht festgehalten, wonach die Salzlager der oberen skythischen Stufe der Trias angehören. Dann wurde an Hand von Profilen der Bau des Hallstätter, Ischler und Halleiner Salzberges erläutert. Besonders eingehend wurde der dem Verfasser durch eigene Arbeiten am besten bekannte Hallstätter Salzberg besprochen. Auch die Aufschlüsse im neuen Hallstätter Erbstollen lassen sich mit seiner seit 1919 vertretenen Auffassung, daß das Hallstätter Salzlager zur Plassen-Deckscholle der Hallstätter Decke gehört, in Einklang bringen. Es ist nur nötig, eine der Überschiebung der Hallstätter Decke nachfolgende NW-vergente Überfaltung der Dachsteinkalke des Siegkogels anzunehmen, durch die ein Teil des Haselgebirges unter den Dachsteinkalk geraten ist. Die 1949 veröffentlichten Profile durch den Ischler Salzberg von J. SCHADLER und W. MEDWENITSCH wurden miteinander verglichen und das Profil SCHADLEBS als das richtigere betrachtet. Allerdings muß die Frage, ob die Tressensteinkalke der Zwerchwand und der Rosenkögel aus dem tirolischen Untergrund stammen (SCHADLER) oder der Hallstätter Decke angehören (MEDWENITSCH), noch unentschieden bleiben. Für den Halleiner Salzberg folgt der Vortragende gänzlich der Ansicht W. E. PETRASCHECKS. Zum Schluß wurden die sorgfältigen Arbeiten O. SCHAUBERGERS besprochen, die einen sehr bedeutenden Fortschritt in der Kenntnis der Entstehung und der Kleintektonik des alpinen Salzgebirges darstellen.