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Erschließung von Wasser in Rheinhessen

Wagner, W.

Kurzfassung

Rheinhessen, eines der niederschlagärmsten Gebiete Westdeutschlands, ist außerdem infolge seiner großen, von tertiären Mergeln und Tonen eingenommenen Flächen wenig zur Bildung wasserreicher Quellen und Grundwasseransammlungen geeignet. Nur die ausgedehnten Niederterrassenflächen des Rheins und der Nahe enthalten große Grundwasservorräte, die aber wegen der hohen Bevölkerungsdichte, der intensiven Landwirtschaft und besonders wegen stark wasserverbrauchender Industrien nicht mehr ausreichen. So versucht man mit Hilfe einer Durchteufung des tonigen Tertiärs im oligozänen Meeressand und im Rotliegenden einen noch ungenutzten Wasservorrat zu erschließen. Durch tiefere Bohrungen ist es bereits an einigen Stellen gelungen, größere Wassermengen mit artesischem Auftrieb zu gewinnen. Dabei stellte sich in einem Fall ein rein alkalisches Wasser ein, dem jede Karbonathärte fehlt, die sonst in so hohem Maße den rheinhessischen Wässern eigen ist.