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Die geologische Stellung der Heilquellen von Bad Wildungen

Udluft, H.

Kurzfassung

In Anlehnung an das von DAHLGRÜN und GRUPE bearbeitete unveröffentlichte geologische Manuskript des Blattes Bad Wildungen 1:25 000 wird die geologisch-hydrologische Stellung der Quellen im Wildunger Raum an Hand von gleichwertigen Analysen besprochen. Bei einer Anordnung dieser Analysen in einer solchen Reihenfolge, die der geologischen Stellung der Schichten in der Umgebung der Quellen entspricht, hat sich ein bemerkenswerter Sprung in der Na-Führung gezeigt, der auf einen wahrscheinlichen Zusammenhang mit einem möglichen Diabasvorkommen im Untergrund hinweist. Alle Quellen, deren Aufstiegswege nach dem geologischen Bild Diabas im Untergrund antreffen können, weisen einen höheren Na-Gehalt auf als diejenigen, bei denen das weniger wahrscheinlich ist. Die Lage der Quellaustritte an der Kreuzung jüngerer Bandverwerfungen mit einer Sattelzone wird gezeigt und der Löwensprudel von Zwesten auf dem Schnittpunkt einer gleichen Randverwerfung mit dem altpaläozoischen Sattel vor dem Südhang des Kellerwaldes zum Vergleich herangezogen. Verwandtschaft und Unterschiede aller Wildunger Quellen werden an einer besonderen Quelldarstellung gezeigt. Die Cl-Führung der Helenenquelle und Königsquelle wird besonders besprochen; eine Herkunft von zugewandertem NaCl aus dem Raum des weiter entfernten salinaren Zechsteins wird abgelehnt und das Cl als juvenil, also als postvulkanischer Rest, aufgefaßt.