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Der heutige Bergbau in Württemberg und Baden

Spannagel, Clemens

Kurzfassung

Im südwestdeutschen Raum hat die günstige Entwicklung der Gesamtwirtschaft der letzten Jahre auch den Bergbau in beachtlichem Ausmaß betroffen. Dabei ist bemerkenswert, daß selbst Vorkommen, deren 1934 begonnene Erschließung und Ausbeutung zunächst als reine Autarkiemaßnahme und nur unter Zuwendung öffentlicher Mittel ermöglicht wurde (Erdöl, Eisenerz, Metallerze u.a.), bis in die heutige Zeit hinein in Abbau geblieben sind; und zwar ohne finanzielle Beihilfe von irgendeiner Seite! Zum völligen Erliegen allerdings ist die Ölschieferverwertung in Südwürttemberg gekommen. Auch der Eisenerzbergbau im Makrocephalushorizont, südlich von Donaueschingen, ruht zur Zeit; jedoch haben damit die Doggererze der Alb nicht insgesamt ihren Beitrag am deutschen Eisenerzaufkommen verloren. Im letzten Jahre sind nahezu 600 000 t gefördert worden. Im einzelnen sind Produktions- und Belegschaftsentwicklung der Bergwirtschaft im Südwestraum aus der nachstehenden Tabelle 1 zu ersehen, in Verbindung mit der Tabelle 2, in der auch die Erzeugungswerte der verwertbaren Förderung (frei Grube) enthalten sind. Mit 38 650 000.- DM ergibt sich für unser Gebiet ein für viele überraschend hoher Gesamtbetrag, der die entsprechende Ziffer für das Jahr 1949 um rund 4 Millionen DM noch übertrifft. Die Fördersteigerung ist beim Steinsalz (70,6 v. H.) am höchsten, sofern man vom Schwerspat, dessen Gesamtmenge nicht entscheidend ins Gewicht fällt, absieht. Erfreulich hoch ist auch die Zunahme der Blei- und Zinkerzförderung gegen 1949 (32 v. H.). Die Zahl der bergbehördlich betreuten Betriebe (außer Bohrungen) ist um 15 v. H. angewachsen. Die größte Bergbauanlage Südwestdeutschlands ist das Kalisalzbergwerk in Buggingen (Kreis Müllheim). Die Gewinnung erfolgt z. T. aus 1300 m Teufe in einem 3,5-4,2 m mächtigen, 30° einfallenden Kaliflöz des Tertiärs. - An zweiter Stelle steht der Steinsalzbergbau des unteren Neckartales mit den Bergwerken Heilbronn und Kochendorf. Beide Betriebe haben - nicht zuletzt durch die Belebung des Absatzes nach Holland und Belgien - ihre Förderziffern stetig steigern können. Die Vorräte des in Kochendorf 20 m und in Heilbronn bis zu 40 m mächtigen Lagers reichen noch für Jahrhunderte. Das Steinsalz geht überwiegend in die chemische Großindustrie. Der Erwähnung bedarf an dieser Stelle auch das von der Alexander Wacker A.G. (München), als Pächterin der Preußag, betriebene Steinsalzbergwerk in Stetten (Hohenzollern).