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Einige Schlußbetrachtungen zum Variszikum Südspaniens

Lotze, Franz

Kurzfassung

Einige Probleme: Den Malcocinado-Schichten FRICKES entspricht die mächtige Porphyroid-Grünschiefer-Serie des Huelvagebiets, die sich damit als "eokambrisch" oder "spätalgonkisch" erweist. Ähnliche Gesteine sind auch aus dem nordwestlichen Spanien bekannt. Das "Präkambrium" SCHNEIDERS hat dagegen eine abweichende Fazies; es scheint mir eine tektonisch stärker überprägte paläozoische Folge zu sein. - Die kambrische Schichtabfolge zeigt in petrographischer Hinsicht innerhalb des Gebiets und überhaupt innerhalb Spaniens grundsätzliche Übereinstimmungen; da wirkt es sehr überraschend, daß Schichten die der petrographischen Ausbildung und der Stellung in der Gesamtschichtfolge nach übereinstimmen, im Arbeitsgebiet SIMONS (östliche Sierra Morena) nach der dort gefundenen Saukianda-Fauna oberkambrisch, weiter westlich gleichfalls auf Grund von Faunenfunden nach FRICKE aber hochunterkambrisch sein sollen. Neue Detailuntersuchungen scheinen hier erforderlich. Die Sierra Morena bietet in besonderer Klarheit das Bild eines Wanderns der variszischen Faltung von Norden nach Süden. Im Norden, bei Azuaga, ist die alpinotype, konsolidierende Hauptfaltung bretonisch, etwas weiter südlich sudetisch, in der südlichen Sierra Morena sudetisch und asturisch, im Huelvagebiet und anscheinend auch nordwestlich Málaga (Arbeitsgebiet MICHELAU) rein asturisch. Das Gebirge wird aus bogenförmig von Portugal herüberziehenden Mulden und Sätteln aufgebaut, deren Vergenz vorwiegend gegen Süden gerichtet ist. Zonenweise, und zwar besonders im Nordteil des Gebiets, auch auftretende Nordvergenzen sind vielleicht durch die Existenz des bretonischen Konsolidationsraumes im Norden bedingt. Diskordanzen und ein Metamorphosehiatus weisen auf stärkere eokaledonische (sardische) Bewegungen im Südwestteil der Sierra Morena und vielleicht auch bei Marbella hin; wenigstens der Ansatz eines eokaledonischen Faltengebirges scheint hier zu bestehen.