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Das Paläozoikum im Westteil der Sierra Morena (Spanien)

Schneider, Harras

Kurzfassung

Die in den Jahren 1937/38 durchgeführte Bearbeitung eines Ausschnittes der westlichen Sierra Morena bei Cala (Spanien) hatte folgende Ergebnisse: Am Aufbau des fraglichen Gebietes sind Sedimente des Kambriums, Silurs und Devons beteiligt, ferner verschiedene paläozoische Magmagesteine. Das etwa 2000 m mächtige Kambrium bei Cala wird in folgende 6 Abteilungen gegliedert: 6. Umbria Pipeta-Grünsteine (~ 200 m); 5. Rincón-Schichten (~ 350 m); 4. Herrerias-Mergel (~ 390 m); 3. Cañuelo-Kalke (~ 260 m); 2. Bunte Arroyomolinos-Schichten (~ 350 m); 1. Los Bonales-Schichten (einige hundert Meter). Der höhere Teil der Herrerias-Mergel hat eine Eodiscus-Protolenus-Strenuaeva-Fauna von hochunterkambrischem Alter geliefert. Danach müssen die Abteilungen 1-4 dem Unterkambrium eingereiht werden, während die Abteilungen 5 und 6 das Mittelkambrium bis Oberkambrium vertreten dürften. Die silurische Schichtfolge - in vielen Einzelprofilen belegt - liegt diskordant zum Kambrium. Das Untersilur - etwa 600 m mächtig - wird als Ciervo-Schichten, das Obersilur mit etwa 120-130 m Mächtigkeit als Papuda-Schichten bezeichnet. Schichtgesteine des Tremadoc sind, wie im übrigen Spanien, nicht bekannt geworden, vielmehr beginnt das Silur im Arenig im allgemeinen mit Basalkonglomeraten von mehr oder weniger großer Mächtigkeit und führt im höheren Untersilur verschiedenartige Schiefer, Grauwacken, Quarzite und Kalke. Das Obersilur bauen Graptolithenschiefer und sandige Schiefer auf. Im Arenig wurde eine Didymograptus-Fauna gefunden, welche auf Zone 4 des Silurs deutet. Das Obersilur lieferte 40 Graptolithenarten, welche Mittel-Llandovery bis Unter-Ludlow-Alter belegen. Ein neues Vorkommen von Devon (Verdugo-Schichten) liegt eingeschuppt und eingemuldet diskordant auf dem Silur und gliedert sich in eine basale und konglomeratisch entwickelte kalkige Grauwacke (12-15 m) mit Cornulites sp. ("Verdugo-Grauwacke") und in hangende Schiefer (80-100 m) ("Verdugo-Tonschiefer"). Letztere führen eine Brachiopoden-Trilobiten-Fauna des Ems, doch ist der höchste Teil der Tonschiefer vielleicht schon in das Mitteldevon zu stellen. Die Fauna zeigt Beziehungen zum rheinischen und türkischen Devon. Die paläozoischen Magmagesteine der westlichen Sierra Morena zeigen enge Beziehungen zu den tektonischen Vorgängen. So lassen sich zwei Zeiten stärkerer Magmagenese erkennen.