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Neue Funde glazialen Diluviums an der Ruhr in der näheren und weiteren Umgebung von Schwerte

Müller, Ferdinand

Kurzfassung

Glaziales Diluvium und Löß dringen bekanntlich nur ganz wenig in das Rheinische Schiefergebirge ein und sind hauptsächlich auf das Gebirgsvorland beschränkt. In großen Zügen kann man sagen, daß etwa das Flußgebiet der Ruhr für die am weitesten nach Süden ausgreifende zweite Vereisung auf große Strecken hin die Südgrenze bildet. Dabei ist festzuhalten, daß westwärts Herbede sogar vereinzelte Fundpunkte glazialen Diluviums südlich der Ruhr bekannt geworden sind und ostwärts Herbede sämtliche bisher bekannten Aufschlüsse schon in erheblichem Abstand nordwärts der Ruhr liegen. Von den südlich der Ruhr festgestellten Fundpunkten seien nur kurz diejenigen von Hinsbeck westlich Kupferdreh und von Überruhr erwähnt, ferner der Granitblock von Niederwenigern und die auffällige Anhäufung großer nordischer Blöcke in der Umgebung von Steinenhaus beim Bahnhof Blankenstein-Ruhr. Es ist nun durchaus anzunehmen, daß inzwischen noch einige Fundstellen in diesem Bereich hinzugekommen sind, rechnet doch bereits BÄRTLING in den Erläuterungen zum geologischen Blatt Hattingen (1928) in der näheren Umgebung dieser Stadt mit der Möglichkeit gelegentlichen Vorkommens von nordischen Geschieben. Ostwärts Herbede ist sodann die Kette der Endmoränenfundstellen mit Unterbrechungen und Umbiegungen durch die Örtlichkeiten Bochum-Laer, Langendreerholz und Grabeloh, Dortmund-Dorstfeld, Dortmund-Hörde, Obermassener Heide, Liedbachtal bei Billmerich und endlich Bausenhagen gekennzeichnet, wo dann aber unserer Kenntnis eine östliche Grenze gesetzt ist. Im Jahre 1946 fand der Vortragende in einer kleinen Sandgrube unmittelbar südlich des Bahnhofs Schwerte-Ost in schwach kreuzgeschichteten Sanden vereinzelte nordische Geschiebe, und zwar Granit und Gneis; darunter waren Stücke bis über Kopfgröße. Wichtig ist dabei die Lage des Sandvorkommens oben auf der unteren Mittelterrasse. Damit ist ein weiterer Beleg für die schon bekannte zeitliche Festlegung der Einwanderung des Inlandeises und der Aufschüttung der Endmoränen dieser zweiten Vereisung gegeben, welche als zur Zeit der Mittelterrasse erfolgt angenommen wird. Der Befund weicht aber von den Feststellungen BÄRTLINGS in den Erläuterungen zum geologischen Blatt Velbert ab, wonach dort die untere Mittelterrasse in die Endmoräne eingeschnitten ist und nur die obere Mittelterrasse und die Hauptterrasse von Glazialbildungen überlagert sind, während bei Schwerte die untere Mittelterrasse der Ablagerungsort ist. Vom gleichen Fundpunkt hat bereits einige Jahre vorher der Leiter des Ruhrtalmuseums in Schwerte, SPIEGEL, zahlreiche, zum Teil geschrämmte Stücke nordischen Materials verschiedenster Art, wie Granit, Gneis, Gabbro u.a.m., aufgesammelt und im Schwerter Museum ausgestellt.