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Die Ammonitenfauna der Heersumer Schichten in Nordwestdeutschland

Siegfried, Paul

Kurzfassung

Auf Grund von Studien an einem reichhaltigen Ammonitenmaterial der Heersumer Schichten aus der Sammlung PFAFF des Amts für Bodenforschung, Hannover, wird festgestellt, daß viele gleichaltrige Arten ohne ausreichende Begründung aufgestellt worden sind und daß zur Gewinnung eines besseren Einblicks in die Verwandtschaftsverhältnisse der vielfältigen Formen die Variationsbreite einer Art viel stärkere Berücksichtigung zu erfahren hat. Dieses gilt besonders dort, wo reichliches Material stratigraphisch kleiner Einheiten (Zonen) vorliegt. Die Arten der in den unteren Heersumer Schichten häufigen Gattung Cardioceras, die sich hauptsächlich durch ihre Rippenskulptur voneinander unterscheiden, werden nach verschiedenen Bautypen zueinander in Beziehung gesetzt. Danach ordnen sich um eine zentrale Form mit wenig differenzierter Rippenskulptur Formen mit groben, mit feinen, mit glatten, mit geknoteten und mit unterbrochenen Rippen, die jeweils durch gut gekennzeichnete Arten vertreten sind. Diese Arten sind untereinander durch mehrere Zwischenformen verbunden, die den Übergang eines Bautypus in einen anderen darstellen und als Varietäten einer Art aufzufassen sind. - Bei der die oberen Heersumer Schichten kennzeichnenden Gattung Perisphinctes wird auf die abweichende Ausbildung der Rippenskulptur auf den Alterswindungen hingewiesen, wonach mehrere Untergattungen ausgesondert werden. Durch Heranziehen dieses Merkmals konnte der von SALFELD für den Korallenoolith als Leitfossil angeführte Perisphinctes wartae als Perisphinctes cautisnigrae erkannt werden (ARKELL), während der echte Perisphinctes (Dichotomosphinctes) wartae auf die Heersumer Schichten beschränkt bleibt. Stratigraphisch lassen sich die Heersumer Schichten auf Grund ihrer Ammonitenfauna in einen unteren Teil, der Zone des Cardioceras tenuicostatum entsprechend, und einen oberen Teil, zur Zone des Perisphinctes plicatilis gehörig, gliedern.