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Über die Bedeutung der Sporen für die Altersbestimmung paläozoischer Schichten

Kremp, G.

Kurzfassung

Mit Hilfe der Sporen kann man im Paläozoikum vom Devon ab größere Schichtenabschnitte stratigraphisch voneinander trennen. Voraussetzung ist das Vorhandensein von sporenführenden Tonschiefern oder von Kohlen, die möglichst das Fettkohlenstadium noch nicht erreicht haben. Im Westfal B und C des Ruhrkarbons lassen sich bisher fünf, vielleicht schon sechs Flözgruppen sporenanalytisch auseinanderhalten. Unter anderem ergibt sich aus den Verbreitungstabellen der Mega- und Mikrosporen die besonders stratigraphische Wichtigkeit der Densosporites. Diese Sporengruppe tritt im Westfal B und unteren Westfal C sehr häufig und mit einer Reihe verschiedener Arten auf. Vom mittleren Westfal C ab wird ihre Anzahl merklich geringer. Augenscheinlich nahmen bereits zur Bildungszeit des obersten Flözes des Ruhrkarbons die Bäume mit Florinites-Sporen, nämlich die Cordaiten und Walchien, weitgehend die Standorte ein, die vorher von den Densosporen-Bäumen besiedelt wurden. Bemerkenswert ist, daß nach den Ergebnissen amerikanischer Sporenforscher die Densosporen im Laufe des Westfals C aussterben. Einen Vergleich der in Amerika im Kohlenbecken von Illinois und im Ruhrkarbon vorgefundenen Sporenformen zeigt viel Übereinstimmungen. Es ist wahrscheinlich, daß sich mit Hilfe der Sporenanalyse weit auseinanderliegende Kohlenbecken desselben Florengebietes stratigraphisch miteinander vergleichen lassen, auch wenn heute Ozeane dazwischen liegen. Bei dem bisherigen Stand der Forschung erscheint es vorläufig gewagt, allein mit Hilfe der Sporen bei den dicht aufeinanderfolgenden Schichten des Ruhrkarbons einzelne Flöze voneinander unterscheiden zu wollen. Auch die von A. RAISTRICK angewandte Methode des Vergleichens von Durchschnittsdiagrammen kann nur dann mit Sicherheit zum Erfolg führen, wenn die zu untersuchenden Stellen dicht beieinanderliegen. Infolge fazieller Schwankungen lassen sich bestimmte Flözlagen in der Horizontalen nur schwierig über weite Strecken verfolgen. Es besteht jedoch die Möglichkeit, mit Hilfe der Sporenanalyse Kohlengerölle, vor allem aber Bohrprofile, in noch wenig aufgeschlossenen Gebieten stratigraphisch ungefähr einzuordnen. Dadurch hat die Sporendiagnose für das Ruhrgebiet praktische Bedeutung erlangt.